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Einmarsch mit Gardetänzerinnen.
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Einmarsch mit Gardetänzerinnen.

Fastnacht in Frankfurt

Fastnacht in Frankfurt unter Auflagen: 2G in den Sälen

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Die närrische Zeit hat begonnen. In Frankfurt werden Saalveranstaltungen mit 2G geplant.

Frankfurt - Auf dem Rolllaufband im Nordwestzentrum gleiten „Seine Tollität“ Prinz Max II. sowie „Ihre Lieblichkeit“ Maria I., die übrigens Geschwister sind, am Donnerstag hinab. Es ist genau 11.11 Uhr und ihr erster offizieller Auftritt als Frankfurter Prinzenpaar. Prinz Max ist 21 Jahre alt, seine Schwester 19 und damit die bislang jüpngste Prinzessin der Frankfurter Fastnacht. Auf dem Weg zur Bühne tragen sie medizinische Masken.

Mit dabei ist ihr närrisches Gefolge. Unten, unweit der Bühne, hat sich bereits das närrische Volk in totale Fastnacht-Stimmung geklatscht und getanzt: Auf der Bühne singt ein Musiker Ballermannhits wie Mickie Krauses „Schatzi, schenk mir ein Foto“ oder Andreas Gabaliers „Hulapalu“. Ein Herr in der Menge begrüßt Bekannte mit Küsschen, beide tragen aber immerhin medizinische Masken.

Frankfurt: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen

Eine ältere Dame hat sich ein Glitzer-Outfit angezogen, so dass ihre Verkleidung als lebende Diskokugel durchgehen würde. Jasmin (27) vom Karnevalsverein „Fidele Eckenheimer“ trägt „Minnie Mouse“-Ohren, und sie strahlt und streckt beide Daumen nach oben auf die Frage, ob sie froh sei, wieder Fastnacht feiern zu können. Denn in der Fastnachtsaison 2020/2021 kam Corona dem Narrenvolk dazwischen. Jetzt darf wieder gefeiert werden. Aber eben mit Auflagen: Maske wie hier bei öffentlichen Auftritten im Nordwestzentrum, wo auch von oben Besucher:innen zuschauen und filmen. Ansonsten hat sich der Große Rat für 2G bei allen Saal-Veranstaltungen entschieden: Erlaubt ist der Zutritt also nur für Geimpfte und Genesene.

„Aber auch alle auf der Bühne sind geimpft oder genesen“, betont Axel Heilmann, der Präsident des Großen Rats der Frankfurter Fastnachtsvereine. „Wir starten mit einer gewissen Aufregung unter den geltenden Regeln, die sich gerne auch schnell verschieben.“ Sie wollten feiern, in dem sie die geltenden Corona-„Spielregeln“ einhielten: „Die Fastnacht ist Teil des gesellschaftlichen Lebens“, sagt Heilmann kurz vor der offiziellen Vorstellung des neuen Frankfurter Prinzenpaares in der Gaststätte „Eselei“ im Nordwestzentrum, dem neuen prinzlichen Haus.

Fastnachtsaison 2021/2022: Vorstellung des Frankfurter Prinzenpaar im Nordwestzentrum, hier: Einmarsch, Prinz Max II. unter der blauen Fahne.

Sie gehört Thomas Metzmacher, der auch das traditionelle Apfelweinlokal „Zum Lahmen Esel“ in Niederursel betreibt. Und ach ja, er ist der Papa des Prinzenpaars, die in der Eselei auch mitarbeiten. Das Prinzenpaar wird, wenn denn trotz der steigenden Inzidenzzahlen alles wie geplant läuft, 140 bis 160 Termine in seiner Amtszeit absolvieren.

Mit der Entscheidung für 2G könne ohne Abstand, ohne Maske und ohne Begrenzung der Teilnehmer:innen geschunkelt werden. Die drei größten Saal-Veranstaltungen des Großen Rats sind erst für Februar 2022 geplant: Die Inthronisation des Frankfurter Prinzenpaares sowie die beiden „Rosa Cloudchen“- Sitzungen im Titusforum des Nordwestzentrums. „Der erste Abend der Rosa Cloudchen Sitzung ist schon ausverkauft“, sagt Uwe Forstmann, Sprecher des Großen Rats. 650 Leute dürften unter 2G ins Titusforum, ohne Pandemie wären es 720 Menschen.

Was machen die 40 Karnevalsvereine in Frankfurt?

Und was machen die knapp über 40 Karnevalsvereine in Frankfurt? „Jeder Verein entscheidet für sich selbst“, sagt Heilmann. Drei, vier Vereine hätten sich bereits im September gegen Saal-Veranstaltungen entschieden, zu unsicher sei die Corona-Situation und damit verbunden das finanzielle Risiko. Und einige seien eben zu dem Zeitpunkt auch unsicher gewesen, ob Kinder- und Jugendgruppen überhaupt auftreten dürften und wollten niemanden ausschließen, und sagten so ihre Veranstaltungen lieber ab.

Forstmann sagt, aktuell gelte folgende Regel: „Kinder dürfen zwar auftreten, auch wenn sie nicht geimpft sind, aber sie dürfen nicht durch den Saal laufen, sondern brauchen einen separaten Zugang, um auf die Bühne zu kommen. Es darf niemand außer ihnen auf der Bühne sein, auch nicht der Elferrat. Geschenke und Küsschen fallen weg.“ Er betont, dass sie als Großer Rat die Auftritte auf zwei Veranstaltungen mit einer Jugendtanzgruppe reduziert hätten. „Aber es war uns ein Anliegen, dass sie dabei sind, wir wollten die Kinder nicht ganz ausgrenzen.“

Karnevalistinnen als Minnie-Mäuse freuen sich wieder feiern zu dürfen.

Was geschieht mit dem Großen Fastnachtszug durch Frankfurt am 27. Februar 2022?

Und was ist mit dem Großen Fastnachtszug durch die Frankfurter Innenstadt am 27. Februar? Der werde aktuell optimistisch, wenn auch mit Anspannung geplant. Ein Mottowagen zum Thema „Corona“ werde noch kontrovers diskutiert. Wie viele Teilnehmende dabei seien, sei noch nicht planbar. Heilmann sagt aber, dass es für Vereine, die kein finanzielles Polster hätten, vom Großen Rat Hilfe gibt. „Vereine können dann ein Fördergeld von 500 Euro unbürokratisch beantragen.“ Würde der Umzug diese Woche stattfinden, würde er unter den aktuellen Auflagen mit den hohen Inzidenzzahlen ausfallen. Denn: „Wir können keine Verantwortung übernehmen, dass alle Leute, die zuschauen, dann Maske tragen und alle getestet sind.“

Zwischen 3000 und 3500 teilnehmende Menschen seien bei den Umzügen normalerweise dabei: Und je nach Wetter seien es 280.000 bis 350.000 Zuschauer:innen auf den Frankfurter Straßen. Heilmann betont: „Wir wollen provozieren, nicht infizieren.“ Forstmann sagt: „Wir haben im Hinterkopf, dass wir damit rechnen müssen, dass wir vier Tage vorher erfahren, dass das Ding nicht stattfinden kann.“ (Kathrin Rosendorff)

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