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Fast eine Million Menschen in Frankfurts Freibädern

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Von: Timur Tinç

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Ein beliebter Ausflugsort im Sommer: Das Brentanobad in Rödelheim.
Ein beliebter Ausflugsort im Sommer: Das Brentanobad in Rödelheim. © Oeser

Der heiße Sommer sorgt für Rekordzahlen in Frankfurts Schwimmbädern. Im Winter will die Stadt Energie sparen, aber kein Bad schließen. „Wir sind aber auf alle Eventualitäten vorbereitet“, sagt Sportdezernent Mike Josef.

Das Becken des Brentanobads ist am Montag noch randvoll mit Wasser. Ende dieser Woche wird es fertig „eingewintert“ sein, wie es Armin Vessali bezeichnet. „Es gibt 300 Düsen im Boden“, erklärt der Betriebsratsvorsitzende der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF). Diese zu entleeren sei nicht machbar, die würden gefrieren wenn Wasser zurückbleibt. Also wird der Pegelstand leicht abgesenkt, Leitungen entleert, das Chlor entnommen und so bis zum Frühjahr gelassen, bis die neue Freibadsaison starten kann.

Die am Sonntag zu Ende gegangene Saison hat der Stadt Frankfurt dank der heißen Sommertage einen neuen Rekord beschert. Fast eine Million Menschen oder genauer gesagt, 998 576 Besucher:innen sind in den zurückliegenden Monaten in die Freibäder gekommen. 280 000 davon Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, die kostenlos rein dürfen. Am beliebtesten war das Stadionbad mit 241 179 Gästen. Gefolgt vom Brentanobad mit 186 781 Besucher:innen. Zwei Millionen Euro hat die Stadt durch die Freibäder eingenommen.

„Das sind beeindruckende Zahlen“, sagte Sportdezernent Mike Josef (SPD), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der BBF ist. Inklusive der Hallenbadsaison waren es Stand 11. September sogar rund 1,72 Millionen Menschen. Im Vergleich zum letzten Jahr vor der Coronavirus-Pandemie – dem Jahr 2019 – eine Steigerung um 20 Prozent zum gleichen Zeitpunkt. Vergangenes Jahr konnte man die Freibäder nur mit gebuchten Onlinetickets und in Zeitfenstern besuchen, sodass die Steigerung zu 2021 sogar 50 Prozent beträgt. „Im Vergleich zu allen Sport- und Kultureinrichtungen sind unsere Bäder an der Spitze“, sagte Josef.

Ebenfalls freute sich der Stadtrat mit Verweis auf mehrere Schlägereien in Berliner Freibädern, woraufhin es Debatten über Polizeipräsenz in Bädern gegeben hat, dass es in Frankfurt friedlich geblieben ist. „Manchmal hilft es die Ruhe zu bewahren. Wir mussten keine zusätzliche Security einstellen“, sagte Josef. Auch musste kein Bad wegen schlechten Wetters geschlossen oder eines Gewitters geräumt werden.

Im Hinblick auf die Energiekrise kündigte Josef an, elf Millionen Kilowattstunden im Vergleich zum Jahr 2019 einzusparen, fast 25 Prozent. In den Sommermonaten wurde bereits darauf verzichtet, das Hausener Schwimmbad und das Stadionbad wie sonst üblich zu heizen. „Der heiße Sommer hat uns in die Karten gespielt“, sagte BBF-Geschäftsführer Boris Zielinski. Außerdem wurden Hallenbäder und Saunen im Sommer geschlossen gehalten. In den Titus-Thermen wurden dringend nötig gewordene Reperaturarbeiten vorgenommen. „Wir werden in der jetzt gestarteten Hallenbadsaison mit Augenmaß auf die Situation reagieren“, kündigte Josef an.

Die Temperaturen in Schwimmerbecken werden um bis zu zwei Grad abgesenkt. In allen anderen Becken bleibt es so warm wie vorher, um unter anderem Schwimmkurse für Kinder anzubieten. „Wir sind aber auf alle Eventualitäten in den kommenden Monaten vorbereitet“, sagte Josef. Sollte es schwieriger werden, sei man jederzeit in der Lage zu reagieren. Da die Menschen gerade aus der Corona-Krise kämen und man nun direkt wieder in der nächsten Krise sei, wolle man den Sportvereinen, Kindern und Jugendlichen nicht wieder etwas wegnehmen. Deshalb wird kein Bad geschlossen, wie das in Kommunen wie Wiesbaden und Bad Homburg der Fall ist. „Man muss von Bad zu Bad schauen“, führte Zielinski aus. Die Schließung der Sauna-Anlagen in der Titus-Therme würde einen minimalen Effekt haben, da das Bad über Fernwärme geheizt wird.

Als letztes Freibad hat noch das Hausener Schwimmbad bis zum 3. Oktober geöffnet. „Der Plan ist, dass die Traglufthalle bis zum 1. November aufgebaut ist“, sagte Zielinski. Die neuen Traglufthallen seien so energetisch, dass eine Temperaturabsenkung niemanden störe. Beim Neubau des Riedbads in Bergen-Enkheim hofft Zielinski, dass die Bauarbeiten zu Beginn der neuen Freibadsaison abgeschlossen sind.

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