Maskenpflicht06_261020
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Die meisten Menschen akzeptieren das Tragen der Maske – sogar die ganz kleinen.

Vorschriften

Fast alle halten sich an die Maskenpflicht

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Die Maskenpflicht in der Frankfurter Innenstadt wird von den meisten akzeptiert – nur am Mainufer ist die Disziplin nicht ganz so ausgeprägt.

Am Sonntagmorgen hat es sich noch nicht im Frankfurter Nordend herumgesprochen. Von einer Maskenpflicht auf den Straßen innerhalb des Alleenrings wissen die wenigsten. Die Leute sind auf dem Weg zum Bäcker, machen einen Spaziergang oder führen ihren Hund aus. Ohne Maske. Noch. Soll ja auch erst Anfang dieser Woche gelten, was die Stadtregierung am Samstag beschlossen hat. Auch der Bewohnerin, die gerade mit ihrem Terrier in der Koselstraße unterwegs ist, ist die kommende Maskenpflicht auf der Straße neu. „Maske? Hier?“, fragt sie erstaunt. „Ich hab’ nie eine mit, wenn ich nur mit dem Hund rausgehe.“ Die wird sie nun aber bald dabei haben müssen.

Schon seit zwei Wochen ist das auf der Zeil Pflicht. Und dass niemand ohne durch die Einkaufsstraße schlendern darf, ist offenbar bei den meisten angekommen. Die Disziplin ist am Samstagmorgen groß. Fast ausschließlich sind Leute mit Masken zu sehen: geblümte, gepunktete, bunte und vor allem hellblaue. Kaum jemand ist ohne Maske unterwegs.

Kaum jemand. Auf einer der Bänke unter den Platanen sitzt Annette Beckmann – ohne Maske. „Geht ja nicht anders“, sagt sie und zeigt auf das mit Salami belegte Brötchen in ihrer Hand. Essen sei mit Maske nun wirklich nicht möglich. „Und wenn man dafür nicht die Maske abnehmen dürfte, dann könnten sie ja gleich alles zumachen, was Essen verkauft“, fügt sie hinzu. Dann dürfte da hinten keiner Pommes anbieten. Oder da vorne, da dürfte es die Bratwurst nicht geben. Oder gleich hier, die Donuts, sollten dann auch nicht verkauft werden. „Wo sollte man zum Essen hin? Maskenpflicht ist ja überall auch um die Zeil herum.“

Niemand kann behaupten, es nicht gewusst zu haben: Schilder weisen in der Innenstadt auf die Maskenpflicht hin.

Stimmt. Keine Chance, in ein paar Metern Entfernung die Maske auf der Straße mal abzusetzen. Diese Notwendigkeit verspüren aber noch ein paar mehr Leute auf der Zeil als nur Annette Beckmann. Auch wenn es wenige sind. Die rauchenden Menschen setzen sie ab. Und die Leute mit dem Coffee-to-go-Becher in der Hand. Und die Musiker mit Blasinstrumenten. Alles Tätigkeiten, die schwer mit Maske zu bewerkstelligen sind. Wenn dann einer mal ganz grundlos ohne Mund-Nase-Bedeckung herumläuft, kann das durchaus Ärger geben mit den Mitmenschen. „Maske, hey, aufziehen“, schreit ein Passant (mit Maske) einen anderen (ohne) an. Reaktion des Mannes (ohne Maske): keine. Macht den anderen (mit Maske) nur noch wütender. „Die Polizei müsste mal kontrollieren“, ruft er.

Von der ist aber weit und breit nichts zu sehen. Auch nicht an der Konstablerwache. Dort gibt es wie immer am Samstag den Erzeugermarkt, Schilder weisen sowohl auf die Maskenpflicht hin als auch auf die markierten Verzehrbereiche, in denen Essen und Trinken gestattet ist. Am Stand des Weinguts Rollanderhof steht Mitarbeiter Sascha Schmidt. Viel hat er nicht zu tun. Ausschenken darf er den Wein nicht. Es gibt ja ein Alkoholverbot auf dem Platz.

Auf dem Erzeugermarkt darf der Schoppen nicht ausgeschenkt, aber mit nach Hause genommen werden.

Es dürfen aber geschlossene Flaschen verkauft werden. „Nur für den Verzehr zu Hause“ steht auf den Schildern am Stand. Ob es sich für das Weingut überhaupt lohnt zu kommen, wenn nicht ausgeschenkt werden darf? „Vermutlich nicht“, sagt Schmidt. Das sei alles ziemlich ärgerlich für den Rollanderhof. Rundherum dürfte in den Gastronomien der Alkohol ausgegeben werden, bei ihnen nicht. Schwierige Situation für das Weingut. „Wir verkaufen und schenken unseren Wein ja nur auf Märkten aus“, sagt Schmidt.

Während auf der Zeil die meisten Menschen mit Maske unterwegs sind, ist die Disziplin am Mainufer nicht ganz so ausgeprägt. Da wird auch öfter mal die Maske lässig in der Hand spazieren geführt. Oder das Ding ist unters Kinn geschoben, um sich eine frische Brise um die Nase wehen zu lassen. Auch ein Selfie vor der Skyline sieht nun einmal ohne Maske viel besser aus. Da wandert sie schnell mal in die Tasche. Und wird nicht wieder herausgeholt.

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