So könnte es auch bei der Fashion Week in Frankfurt aussehen.
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So könnte es auch bei der Fashion Week in Frankfurt aussehen.

Fashion Week

Fashion Week zieht nach Frankfurt

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Ansiedlungserfolg für die Frankfurter Messe: Von Sommer 2021 gibt es halbjährlich eine Fashion Week Frankfurt auf dem Gelände und in der City. Der Eiserne Steg wird zum Catwalk.

Frankfurt wird Modestadt. Die Modemessen Premium, Seek und Neonyt, die bisher Teil der Berliner Fashion Week sind, werden von Sommer 2021 an im Rahmen einer neuen Frankfurt Fashion Week ausgerichtet. Dort sollen sich die Veranstaltungen, zu denen auch die Konferenzen Fashion Sustain und Fashion Tech zählen, nicht auf das Messe-Gelände beschränken, sondern in die ganze Stadt ausstrahlen. Der Eiserne Steg könne zum schönsten, die Einkaufsmeile Zeil zum längsten Laufsteg der Welt werden, sagte der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) am Montag vor Journalisten.

Für die von der Corona-Krise massiv getroffene Messe Frankfurt, die zu Jahresbeginn zudem den Wegzug der internationalen Automobil-Ausstellung IAA verkraften musste, ist die Ansiedlung der Fashion Week Frankfurt, die erstmals vom 6. bis 8. Juli 2021, dann alle sechs Monate stattfinden soll, eine immens wichtige Nachricht. Geschäftsführer Detlef Braun sagte, 2000 Designer, Marken und Modeunternehmen könnten sich in Frankfurt vor mehr als 140 000 Fachbesuchern und Einkäufern präsentieren. Das fertige Konzept will die Messe Frankfurt, die weltweit bereits 60 Textilveranstaltungen ausrichtet, im Herbst vorstellen. Braun sprach von neuen Synergien entlang der kompletten Wertschöpfungskette.

Die Messe Frankfurt ist der weltweit größte Messe-, Kongress- und Eventveranstalter mit eigenem Gelände. 


Das Unternehmen beschäftigt an 30 Standorten weltweit mehr als 2600 Personen. Es erzielte 2019 einen Rekordumsatz von 733 Millionen Euro.

Die Messegesellschaft gehört zu 60 Prozent der Stadt Frankfurt, zu 40 Prozent dem Land Hessen. cm

Die Gesellschafter der Messe, die Stadt Frankfurt und das Land Hessen, unterstützen die Ausrichtung der Fashion Week auch finanziell. Die Rede war von einem Betrag von zehn Millionen Euro. Der Frankfurter Kämmerer Uwe Becker (CDU) sprach von sehr gut investiertem Geld. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der Aufsichtsratsvorsitzende der Messe-Gesellschaft, sagte, man rechne mit einer Umwegrentabilität von 200 Millionen Euro für Stadt und Region. Die Modewoche werde etwa die Branchen Hotellerie, Gastronomie und Transport ankurbeln. Mit der Fashion Week werde Frankfurt, das jetzt schon „hip“ sei, zum Hotspot der Fashion- und Lifestyle-Szene, ja zur internationalen Fashionmetropole.

„Sie sehen einen glücklichen Wirtschaftsminister“, sagte Tarek Al-Wazir (Grüne) in der Online-Pressekonferenz. Angesichts der großen Probleme, die die Corona-Krise der Messe Frankfurt beschere, freue er sich umso mehr über die Ansiedlung der Fashion Week. Mode lebe von Begegnung. Frankfurt sei dafür, schon wegen der Lage im Herzen Deutschlands und Europas ein sehr guter Ort, sagte der hessische Wirtschaftsminister.

Anita Tillmann, Managing Partner beim Veranstalter Premium Group, sagte, die Modemessen passten sehr gut zu Frankfurt. Die Stadt sei zukunftsorientiert und wirtschaftsstark. „Wir bringen die Sexyness mit!“ Sie machte klar, dass sich die Fashion Week Frankfurt nicht mit deutschen Veranstaltungen, sondern den großen Schauen in Paris oder Mailand messe. „Wir sind angetreten, um den anderen großen Fashion Weeks die Stirn zu bieten“, sagte Tillmann, die Messe-Geschäftsführer Braun von einer gemeinsamen Zeit bei Joop kennt.

Die CDU im Frankfurter Römer sprach von einem sensationellen Erfolg für die Messe Frankfurt. Die Ansiedlung sei eine große Chance für die hiesige Kreativwirtschaft. Die FDP nannte es erfreulich, dass sich der Messestandort Frankfurt trotz der aktuellen Umstände weiterentwickele. Auch der Präsident der Frankfurter Industrie- und Handelskammer, Ulrich Caspar, sprach von einem „ganz wichtigen Signal für den Messeplatz“.

Von Christoph Manus

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