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Modern: An den Medienstationen können Kinder und Erwachsene die Geschichten auf vielfältige Weise erleben.

Frankfurt

Farnkfurt: Neues Zuhause für Struwwelpeter, Suppen-Kaspar und Co.

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Das Museum rund um Heinrich Hoffmanns Geschichten ist in die Frankfurter Altstadt gezogen. Dort wird Altbewährtes mit Modernem kombiniert.

Wer kennt sie nicht: Suppen-Kaspar, Zappel-Philipp und Struwwelpeter. Der eine verhungert, der andere fällt mitsamt Stuhl und Tischgedeck um und der letzte hat ungekämmtes Haar und lange Fingernägel. Diese 1844 vom Frankfurter Arzt und Psychiater Heinrich Hoffmann erdachten Figuren haben nun ein neues Zuhause gefunden. Denn am Montagnachmittag wurde mit einem Festakt das neue Struwwelpeter-Museum in der Frankfurter Altstadt eröffnet.

Im April hatte das Museum in der Schubertstraße 20 im Frankfurter Westend geschlossen, um nun in neuem Glanz an neuem Ort wiederzueröffnen. „Das neue Museum steckt voller Geschichten zum Entdecken. Es ist ein Ort zum Lernen, Spielen, Nachdenken, und zum Ins-Gespräch-Kommen für alle Generationen“, sagt Beate Zekorn-von Bebenburg, die das Museum seit 1991 leitet. Sie erhoffe sich nun mehr Besucher – und die aus aller Welt. Etwa 14 000 Besucher sahen die Dauerausstellung pro Jahr.

Das Struwwelpeter-Museum ist nun Hinter dem Lämmchen 2-4 am Hühnermarkt in der Altstadt zu finden.

Geöffnet hat das Museum immer Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 18 Uhr. Führungen und Kinder- geburtstage können nach Vereinbarung organisiert werden.

Erwachsene zahlen für den Besuch des Museums 7 Euro, der ermäßigte Eintrittspreis beträgt 3,50 Euro. Kinder unter 6 Jahren sind frei. prjd

Am neuen Standort wird Altbewährtes mit Neuem kombiniert. Noch immer dreht sich alles um Struwwelpeter und seine Geschichtskumpanen, aber natürlich auch um den Autor Heinrich Hoffmann, der nicht nur Autor und Illustrator, sondern eben auch Arzt, Psychiatriereformer, politischer Bürger und überzeugter Frankfurter war. So bleibt beispielsweise das Theaterzimmer mit den Kostümen und Requisiten der Geschichten.

Dazu kommen viele mediale Angebote: An den sogenannten Medienstationen können zusätzliche Informationen zur Biedermaierzeit, zu Hintergründen oder zu Hoffmann selbst abgerufen werden. Kinder und Erwachsene können sich aber auch spielerisch mit den Geschichten rund um den ungepflegten Jungen auseinandersetzen. So gebe es an einer Medienstation ein Spiel, bei dem entschieden werden könne, was Struwwelpeter heutzutage machen könnte. So werde er mal zum Reggae-Musiker und mal zum Banker, sagt Zekorn-von Bebenburg.

Ganz zum Leben von Heinrich Hoffmann passend, ist das Struwwelpeter-Museum ein Inklusionsbetrieb. Hoffmann hat sich zu Lebzeiten für die humanere Behandlung von psychisch kranken Menschen eingesetzt. Konkret bedeutet das für das Museum, dass fünf Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen geschaffen werden. Außerdem werden im hauseigenen Shop Produkte verkauft, die von behinderten Menschen gefertigt werden. Das neue Museum ist barrierefrei. „Dieser Museums-neubau zeigt, dass die Belange behinderter Menschen beispielhaft mitbedacht wurden“, sagt Susanne Selbert, Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen.

Hoffmann schrieb die Geschichten 1844 für seinen Sohn Carl. Heute gibt es diese in über 40 Sprachen, und über 35 Millionen Exemplare wurden allein auf Deutsch gedruckt. „Der Struwwelpeter ist wie Frankfurt: etwas widerborstig, aber mit dem Herz am richtigen Fleck“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

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