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Museumsleiterin Eva Raabe vor dem beschmierten Schild, hinten rechts Schäden an der Fassade.
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Museumsleiterin Eva Raabe vor dem beschmierten Schild, hinten rechts Schäden an der Fassade.

Farbattacke

Farbbeutel aufs Museum

Die Weltkulturen-Ausstellung wird ein Ziel von „Antikolonialisten“. Die Polizei sucht Zeugen.

Das Weltkulturen-Museum in Sachsenhausen ist am Wochenende Ziel eines Farbanschlags gewesen. Dort wirbt zurzeit ein Plakat einer „Mahina“ (Frau, Mutter) für die gleichnamige Ausstellung des molukkisch-niederländischen Künstlerkollektivs Teru. Sie wird schon seit einem Jahr gezeigt, ist aber aufgrund des Lockdowns bis zum Januar verlängert. Das Plakat mit dem Porträt einer Niederländerin molukkischer Herkunft ist wie die Sandsteinfassade des derzeit geschlossenen Museums mit roten Farbbeuteln beworfen worden. Eva Raabe, Leiterin des Museums für Weltkulturen, sagt: „Man könnte glauben, es sei ein rassistischer Angriff von Rechtsradikalen.“

Doch dem ist offensichtlich nicht so. Am weißen Schild „Museum für Weltkulturen“ prangt in Rot, mit einer Schablone aufgesprüht, ein Bekenntnis: „Antikoloniale Aktion“ zeichnet für die Farbattacke verantwortlich. Auf dem linken Portal „Frankfurter-info.org“ war gestern noch kein Hinweis auf die Aktion veröffentlicht.

Polizeisprecher Manfred Füllhardt bestätigte, dass eine Anzeige des Museums eingegangen sei: „Wir suchen Zeugen. Die Tat muss zwischen Freitagabend 16 Uhr und Montagmorgen 8.35 Uhr geschehen sein.“ Beobachtungen und Hinweise werden erbeten an das 8. Polizeirevier, Telefon (0 69) 75 51 08 00.

Auch Farbanschlag auf das Bismarck-Denkmal

„Es wird mehrere Tausend Euro kosten, den Schaden zu beseitigen“, schätzt Eva Raabe. „Wir müssen den Sandstein abstrahlen.“ Es werde auch einige Tage dauern. „Das Bekenntnis hätten wir schneller entfernen können, aber wir haben uns entschlossen, dies nicht zu tun.“

Die Leiterin bedauert, dass die Farb-Attentäter nicht das Gespräch gesucht haben. „Für das Geld, das die Reinigung kostet, hätten wir eine antikoloniale Diskussion veranstalten können. Damit wäre der Sache eher gedient.“ Das Museum für Weltkulturen habe durchaus Sammlungsbestandteile aus der Kolonialzeit und auch aus dem Kolonialkontext, gehe jedoch mit diesen Gegenständen bewusst und selbstkritisch um. „Wir sind auch immer für Gespräche offen“, so Raabe. Nur eben: Die Aktion der selbst ernannten Antikolonialisten habe dem Anliegen eher Abbruch getan. „Zumal ausgerechnet der Hinweis auf eine Ausstellung einer Künstlergruppe aus Indonesien verunstaltet worden ist.“

Am Wochenende hatte es bereits einen Farbanschlag auf das Bismarck-Denkmal am Brüningpark in Höchst gegeben. Das von Bürgern gestiftete Bronze-Denkmal des Gründers des Zweiten Reiches, des „Eisernen Kanzlers“, ist mit orangeroter Farbe beschmiert worden. Hinweise nimmt hier das 17. Polizeirevier unter (0 69) 75 51 17 00 entgegen. (tjs/mfo/hv)

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