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Hallo, Falschparker, die Abschleppgruppe macht Druck.

Verkehr

Falschparker nerven die Anwohner in Frankfurt

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Die städtische Verkehrspolizei soll Falschparker konsequent abschleppen, fordert die „Abschleppgruppe“. In Coronazeiten sind viele Parkplätze in Frankfurt belegt.

Die „Abschleppgruppe“ erhöht den Druck auf Polizei und Verkehrspolizei, Falschparker in der Stadt konsequent abschleppen zu lassen. In der Schwedlerstraße im Ostend zum Beispiel müssten Rollstuhlfahrer und Menschen mit Kinderwagen seit Monaten Umwege fahren, weil Falschparker nicht abgeschleppt würden, teilte die Gruppe mit.

Die städtische Verkehrspolizei und die hessische Landespolizei würden dort nicht konsequent kontrollieren und abschleppen lassen. Die Abschleppgruppe ist ein informelles Netzwerk von rund 20 Aktivisten. Sie nutzt den Kanal @FalschparkenFFM auf Twitter. Dort veröffentlichte sie ein Bild von der Situation in der Schwedlerstraße, wo Autos so auf dem Gehweg stehen, dass Fußgänger auf die Straße ausweichen müssen.

Auch Jürg Ludescher will sich mit der Situation nicht länger abfinden. „Seit Jahren beschwere ich mich über Falschparker, insbesondere auf der Eschborner Landstraße“, sagte er. Viel zu oft seien Gehwege zugeparkt, die Stadt kontrolliere zu lasch.

Der Parkdruck in vielen Frankfurter Stadtteilen hat sich mit der Coronakrise weiter verschärft. „Es gibt zum Beispiel im Nordend derzeit nur wenige freie Parkplätze, weil viele Autopendler zu Hause arbeiten“, sagte Rainer Michaelis, der Leiter der städtischen Verkehrspolizei. Die Behörde kontrolliere im Rahmen ihrer Möglichkeiten momentan mit Autostreifen insbesondere die Parksituation vor Krankenhäusern, an Feuerwehrzufahrten und Rettungswegen. Die Mitarbeiter seien auch für die Verkehrsregelung und Kontrollen von Gefahrguttransportern und Baustellen zuständig.

„Momentan ist die Beschwerdelage relativ gering“, sagte er. Die Menschen blieben meist zu Hause, auf den Straßen sei wenig los. „Wir haben allerdings festgestellt, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit sich erhöht hat.“ Sie liege sonst bei etwa 30 Stundenkilometern, nun kämen die Autofahrer schneller voran. Vermehrtes Rasen habe die Stadt bislang nicht festgestellt.

Die Polizei teilte auf Anfrage mit, das Foto der „Abschleppgruppe“ aus der Schwedlerstraße stamme von August 2019, es gebe nicht die aktuelle Situation wieder. Generell liege die Verantwortung für die Kontrolle des ruhenden Verkehrs bei der städtischen Verkehrspolizei. Außerhalb deren Dienstzeiten bewerte die Landespolizei jeden Sachverhalt im Einzelfall im Rahmen der Verhältnismäßigkeit. Dies könne von Ordnungswidrigkeitenanzeigen bis zum Abschleppvorgang reichen, sagte der Sprecher.

Die Stadt Frankfurt hat sich wiederum vorgenommen, die Verkehrspolizei weiter zu stärken. So sind 25 weitere Stellen im neuen Doppelhaushalt vorgesehen. Um Mitarbeiter zu gewinnen, berät der Magistrat darüber, die Tarifgruppe anzuheben.

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