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Thomas Feda wirbt in Guangzhou für Frankfurt.

Chinesische Touristen

„Falankefu steht in China für Deutschland“

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Tourismus-Chef Thomas Feda berichtet von der Begeisterung der Besucher aus Fernost für Frankfurt.

Herr Feda, am heutigen Montag werden Sie und die nach China gereiste Delegation das 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Guangzhou feiern. Wie wichtig ist eine solche Städtepartnerschaft für den Tourismus?
Sehr wichtig. Es gibt über die Städtepartnerschaft etwa Austauschprogramme, durch die Chinesen Frankfurt kennenlernen. Und wenn wir wie derzeit vor Ort sind, dann steht das auch in der lokalen Zeitung. Das ist alles touristische Werbung.

Kommen denn viele Touristen aus Guangzhou nach Frankfurt?
Ich weiß nicht, wie viele Touristen genau aus Guangzhou kommen, aber wir haben 180 000 chinesische Übernachtungsgäste in Frankfurt im Jahr. Vor zehn Jahren noch lagen die Chinesen mit der Anzahl an Übernachtungen auf Platz 18 in Frankfurt. Jetzt stehen sie auf Platz 2. Nur noch die USA sind vor China. Aber bei den Chinesen gibt es enorme Zuwächse, die werden auch noch die USA überflügeln.

Ist für Chinesen das allererste Ziel nicht Berlin oder München?
Frankfurt ist das Ziel Nummer 1 der chinesischen Touristen in Deutschland. Wir haben die meisten Übernachtungsgäste. Falankefu, wie Frankfurt in China heißt, ist eine bekannte Marke. Die Wetterkarte im chinesischen Fernsehen zeigt für Europa nicht Berlin oder München an, sondern Falankefu. Für die Chinesen steht Falankefu für Deutschland.

Was mögen die Chinesen an Frankfurt?
Zum einen die Erreichbarkeit. Es gibt mehr als 90 Flugverbindungen aus China nach Frankfurt in der Woche. Zum anderen das Shopping. Sie mögen, dass die Stadt so kompakt ist. Sie müssen nicht weit laufen. Sie können ein bisschen Kultur machen, dann in der Goethestraße teure Markenprodukte kaufen und wenige Meter weiter im Kaufhaus günstigeres Sachen. Frankfurt ist ein Shoppingmekka für Chinesen.

Oft verbringen Chinesen nur ein paar Stunden in Frankfurt …
… aber wenn ein Chinese am Paulsplatz aus dem Bus aus- und nach drei Stunden wieder einsteigt, dann hat er im Schnitt 600 Euro ausgegeben. Es gibt inzwischen auch einen neuen chinesischen Touristen, der nicht mehr in der Gruppe kommt. Der bleibt ein paar Tage und erkundet die Region. Fährt etwa von Frankfurt kurz nach Köln und schaut sich den Dom an. Um diesen Touristen kämpfen alle Städte. Auch wir. Deshalb macht die Tourismus & Congress GmbH Road Shows in chinesischen Städten und stellt Frankfurt vor. Und so ein Besuch wie derzeit in Guangzhou hilft auch.

Interview: Sandra Busch

Hinweis: In einer früheren Version wurde der chinesische Name Frankfurts irrtümlich mit Falankefur angegeben. Er lautet aber korrekt Falankefu , ohne r am Ende.

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