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Alexandra Muuß, Geschäftsführerin „The Good Coffee“ am Nibelungenplatz, mit einer Tasse Fair-Trade-Cappuccino.

Fair Trade Frankfurt

Fair Trade in Frankfurt: Kaffee, aber bitte doch Fair Trade

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Das Fair-Trade-Unternehmen Gepa fragt: Wie fair ist Fairtrade-Kaffee wirklich? 

Eva sitzt voller Hoffnung auf einem der hübschen weißen Holzstühle des Cafés „The Good Coffee“ am Nibelungenplatz. Die 39-Jährige ist an diesem Donnerstagnachmittag da, weil der Begriff Fair-Trade-Kaffee ein „Mysterium“ für sie sei. Bald hofft sie schlauer zu sein. Denn als eine der Auftakt-Veranstaltungen der Klimagourmet-Woche, beginnt gleich ein Vortrag von einem Herrn des Fair-Trade-Unternehmens Gepa.

„Mir ist einfach nicht so klar: Ab wann ist der Kaffee Fair Trade, und werden die Kleinbauern wirklich auch finanziell fair behandelt?“, fragt sich Eva. Die Frankfurterin selbst trinkt Zuhause am liebsten eine bekannte italienische Kaffeemarke. „Die ist leider nicht Fair Trade, aber schmeckt einfach so gut“, gesteht sie. Nach dem Vortrag wird sie aber noch beim Coffee-Tasting den Gepa-Kaffee probieren, der hier ausschließlich auf der Karte steht. Denn Gepa ist Mitgesellschafter des Cafés.

Ursula (49) war gar nicht klar, dass es überhaupt einen Vortrag gibt. „Ich bin gekommen, weil ich neugierig auf den Kaffee war, aber jetzt bleibe ich.“ Sie sagt, dass sie bedingt Fair-Trade-Produkte einkauft. „Ich kann es mir einfach nicht immer leisten.“ Der Cappuccino hier kostet 2,70 Euro. „Also ein normaler Preis für Frankfurt“, sagt Alexandra Muuß. Sie die Geschäftsführerin des Cafés, das es seit acht Jahren gibt. „Wir sind zum ersten Mal bei der Klimagourmet-Woche dabei. Das Thema Nachhaltigkeit passt perfekt zu unserem Café“, sagt sie. Es gibt hier nämlich nicht nur Fair-Trade-Kaffee und Schokolade, sondern es gibt hier auch keine To-Go-Pappbecher mehr. Man muss sich einen eigenen Becher mitbringen oder kann einen wiederverwendbaren „Recup“-Becher für einen Euro kaufen. „Pro Tag verlieren wir vier Kunden, die nicht bereit sind, einen Mehrweg-Becher zu kaufen“, so Muuß. Sie wünscht sich, dass die Stadt Frankfurt den Mut hätte, den Verkauf von Kaffee in Pappbechern generell zu verbieten.

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Derweil hat der Vortrag begonnen. Die meisten, die lauschen, sind Frauen. Bede-Etrue Godwyll von Gepa erzählt, dass Gepa, der Pionier des Fair Trades war. Und dass sie damals im Jahr 1975 noch von vielen belächelt wurden. Dann berichtet er darüber er, dass sie die Kleinbauern sehr fair bezahlen, alle Preise transparent seien. Eine neue Gepa-Kaffeesorte, die man auch gleich probieren kann, ist der Bio-Café Aprolma. Er wird in Honduras angebaut, geröstet und verpackt. Und zwar ausschließlich von Frauen. 69 an der Zahl, die sich dank ihrer Arbeit von häuslicher Gewalt befreien und selbst für ihre Kinder sorgen können.

Von den 5,99 Euro für 500-Gramm Kaffee gehen abzüglich aller Kosten 1,87 Euro an die Frauen. Am 17. September kommen ein paar dieser Frauen zu einem Vortrag bei der Mainzer Fairen Woche. Alle Infos: www.fairtrade-stadt-mainz. de

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