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Wenn U-Bahnen zu schnell gefahren werden, wird automatisch gebremst.

Unfall in Frankfurter U-Bahn

Fahrgast nach Zwangsbremsung schwer verletzt

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Eine U-Bahn fährt zu schnell und löst automatisch einen abrupten Stopp aus. Ein Mann wird verletzt.

Weil eine U-Bahn erst zu schnell fuhr, und dann unvermittelt bremste, stürzte der Fahrgast Marcus Fabius, verletzte sich schwer und verbrachte zwei Tage im Krankenhaus.

Marcus Fabius, der eigentlich anders heißt, war morgens auf dem Weg zur Arbeit. Er fuhr mit der U-Bahn-Linie U5 vom Willy-Brandt-Platz zum Hauptbahnhof, als die Bahn plötzlich und ohne Ankündigung bremste. Marcus Fabius wurde aus dem Stand geschleudert und prallte gegen eine Stange aus Metall. „Mit mir waren noch sechs oder sieben Leute im Abteil, die alle durcheinander purzelten“, sagte er, das habe er wahrgenommen, bevor er kurz das Bewusstsein verlor. Fahrgäste kümmerten sich nach dem Aufprall um ihn.

Der Fahrer habe dann eine Durchsage zur „automatischen Bremsung“ gemacht und die Fahrt fortgesetzt. Marcus Fabius schaffte es noch bis auf die Arbeit, wo ihn eine Kollegin ins Krankenhaus brachte. Wegen einer Gehirnerschütterung und Verletzungen am Körper blieb er zwei Tage dort.

U-Bahn-Fahrer war zu schnell: Automatische Bremsung 

Warum bremste die Bahn so abrupt auf der Strecke? Womöglich wegen einer Gefahrenbremsung? Bei einer Gefahrenbremsung stoppt die Bahn, um eine Gefahr abzuwenden, zum Beispiel wenn Menschen im Tunnel sind.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) befragte den Fahrer und schloss eine Gefahrenbremsung danach aus. Der Fahrer habe gesagt, dass er etwa ein oder zwei Stundenkilometer zu schnell im Tunnel unterwegs gewesen sei. „Ein Versehen“, sagte der Sprecher. Daraufhin habe die Bahn automatisch gebremst. Die technische Voraussetzung dafür heiße Geschwindigkeitsprüfung. Dieses System für U-Bahnen und Eisenbahnen kontrolliert, ob Züge zu schnell sind, und bremst bei überhöhten Geschwindigkeit automatisch ab. So kam es zur sogenannten Zwangsbremsung, bis die Bahn stand.

Die Höchstgeschwindigkeit im Tunnel beträgt laut Regelwerk „BOStrab“ 70 Stundenkilometer. Im betroffenen Abschnitt lag sie laut VGF bei 40 Stundenkilometern.

Bemerkt habe der Fahrer den Unfall nicht. Andere Fahrgäste, halfen Marcus Fabius auf die Beine. Der VGF-Sprecher richtete Genesungswünsche aus. Der Fahrer wäre geschult gewesen, auf den Unfall zu reagieren. Er hätte zum Beispiel den Rettungsdienst rufen können, wenn ihn ein Fahrgast verständigt hätte. Plötzliche Bremsungen, sagte der Sprecher, könnten bei Bahnen genau wie im Straßenverkehr immer vorkommen, falls eine Gefahr drohe.

Bei einer automatischen Zwangsbremsung wegen überhöhter Geschwindigkeit liegt der Fall natürlich anders. Eine Seite seines Körpers sei immer noch grün und blau, sagte Marcus Fabius einige Tage später. Wie viele Zwangsbremsungen es aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit zuletzt gab, wie viele Unfälle in diesem Zusammenhang passierten, teilte die VGF nicht mit, Betroffene können sich an die Schadenersatz-Stelle der Stadtwerke Holding wenden.

Schadenersatz: Stadtwerke Frankfurt Holding, Schaden- und Versicherungsmanagement, Kurt-Schumacher-Straße 8, 60311 Frankfurt, Telefon: 069 213 23111, Mail: schaden@stadtwerke-frankfurt.de

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