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Fällen und bauen auf dem Friedhof

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Von: Thomas Stillbauer

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Keine Eibe, sondern Fichte zeigte unser Foto – und die Fichte ist ein Sturmopfer.
Keine Eibe, sondern Fichte zeigte unser Foto – und die Fichte ist ein Sturmopfer. © Rolf Oeser

Die Entscheidung gegen vier Eiben und für den Bau von Grabstätten sorgt weiter für Aufsehen.

Die besonders Naturverbundenen haben es vielleicht bemerkt: Das Foto zu unserem Bericht vom Dienstag über gefällte Bäume auf dem Hauptfriedhof zeigte keine abgesägten Eiben, sondern Teile einer Fichte. Wurden etwa auch Fichten gefällt, um Grabstätten zu bauen oder zu erweitern? Nein, heißt es dazu aus dem Grünflächenamt: Die Fichte sei infolge eines Sturmschadens nicht mehr standsicher gewesen und habe deshalb gefällt werden müssen.

Im Gegensatz dazu hatten die Stadtverordneten jüngst zugestimmt, auf dem Hauptfriedhof vier stattliche Eiben abzusägen, weil sie Bauarbeiten für Grabstätten im Weg standen. Der Fall hat unter Leserinnen und Lesern für Aufsehen gesorgt – gibt es doch viel freie Fläche auf dem Friedhof. Warum muss dann für die Wünsche von Privatleuten wertvoller Baumbestand weichen?

Schwierige Sachlage

In dem einen Fall sei es ja um die Erweiterung einer Grabstätte gegangen, konkretisierte eine Sprecherin des Grünflächenamts im Gespräch mit der FR. Ein Nein zum Antrag hätte womöglich eine Umbettung zur Folge gehabt – rechtlich schwierig.

Der zweite Fall betraf den Neubau einer künstlerisch und handwerklich „anspruchsvollen“ Grabstätte, und da bestand der Antragsteller auf einem bestimmten Standort nahe der Trauerhalle. Alle Versuche, eine andere Lösung zu finden, seien gescheitert, sagte die Sprecherin. Also wurden die Anträge per Magistratsvortrag den Stadtverordneten zur Entscheidung vorgelegt: Bäume erhalten oder Grabstätten ausbauen. Die Politik, nicht das Amt, entschied also für bauen und fällen.

Das geschehe übrigens nicht ständig, heißt es aus dem Grünflächenamt. Ähnliche Fälle habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Gerade wegen der ungewöhnlichen Situation habe man die beiden Anträge der Stadtregierung zur Entscheidungsfindung überlassen.

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