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Fachkräfte gesucht

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Von: Sandra Busch

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Die Stadt Frankfurt erstellt ein Konzept zur Gewinnung von Erzieherinnen und Erziehern und will damit etwas gegen den Fachkräftemangel tun.

Rund 3500 Kitaplätze sind in Frankfurt nicht belegt. Wegen Umbau und Sanierungen der Kitas, wegen Corona und: wegen Fachkräftemangels. Gleichzeitig werden immer mehr Erzieherinnen und Erzieher gebraucht. Familien ziehen nach Frankfurt, ab 2026 gibt es schrittweise einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. „Es ist höchste Zeit, dass wir etwas gegen den Fachkräftemangel tun“, sagte im jüngsten Bildungsausschuss Nadira Korkor, Leiterin der Koordinierungsstelle für Fachkräftegewinnung und -bindung im Stadtschulamt. „Der Fachkräftemangel wird uns aber noch bis 2030 begleiten.“

Die Koordinierungsstelle wurde vor mehr als einem Jahr gegründet, es gab aber zunächst Schwierigkeiten bei der Besetzung der Leitung. Korkor leitet sie nun seit Mitte Oktober 2021. Ein Konzept wurde seither erstellt, wie Frankfurt attraktiver für den Beruf der Erzieherin und des Erziehers werden kann. Ziel der Koordinierungsstelle ist, Träger, Fachschulen und andere Akteur:innen bei der Fachkräftegewinnung zu unterstützen.

So soll im dritten Quartal 2022 eine Werbekampagne beginnen. Um Frankfurt „als tollen Standort zu positionieren“, sagte Korkor. Bestimmte Gruppen sollen dabei gezielt angesprochen werden. Nachwuchskräfte, Männer, Menschen mit Migrationshintergrund, Fachkräfte aus dem Ausland, „Schülerinnen und Schüler überzeugen, dass es eine tolle Ausbildung ist“, sagt Korkor.

Auch soll der Einstieg in Ausbildung und Beruf erleichtert werden. „Es fehlt an Transparenz und ist kompliziert“, sagte Korkor. „Viele wissen nicht, wie der Einstieg funktioniert und was sie brauchen.“ Die Hürden dabei würden derzeit gesammelt und Verbesserungvorschläge erarbeitet. „Die Politik ist dabei wichtig, um es einfacher zu gestalten.“

Fachtagungen für die Akteur:innen soll es ab dem vierten Quartal geben. Etwa zum Thema „Fachkräfte aus dem Ausland – Chancen und Herausforderungen für Träger in der Kitabetreuung“. Auch Fortbildungen etwa zum optimalen Schreiben und Platzieren von Stellenanzeigen sind angedacht, eine erste Berufsbildungsmesse wird im Herbst veranstaltet. Ein Fachkräftemonitoring soll zudem eingeführt werden, um überhaupt genau zu wissen, wie viele Erzieherinnen und Erzieher fehlen.

Für die Berta-Jourdan-Schule, an der Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet werden, „bräuchten wir 30 Prozent mehr Räume“, sagte Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber (SPD). Sie sei auf der Suche nach einer neuen Liegenschaft und dabei in Verhandlungen. „Wenn wir einen Neubau der Schule realisieren, dann werden wir soweit möglich auch Wohnraum für Auszubildende einplanen“, sagte Weber.

Denn bezahlbarer Wohnraum ist in Frankfurt schwer zu finden. „Wir suchen und bieten schon Wohnungen für Auszubildende an“, sagte Weber. Sie sei aber auch in Gesprächen mit der städtischen Wohnungbaugesellschaft ABG, „wie wir schneller und besser Wohnungen vermitteln können“. Das sei auch Teil des Konzepts, wie Frankfurt attraktiver gemacht werden könne.

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