Medienkonsum der Frankfurter Schüler

Jeden Tag fünf Stunden im Internet

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Das Drogenreferat hat den Medienkonsum der Frankfurter Schüler untersuchen lassen. Das internet ist vielen sehr wichtig.

Während das Fernsehen bei den Frankfurter Schülerinnen und Schülern an Bedeutung verliert, hat das Internet einen unangefochten großen Stellenwert: Fast fünf Stunden verbringen die jungen Leute täglich im World Wide Web, hat die Mosyd-Studie des Centre for Drug Research der Goethe-Universität herausgefunden. Vor dem Fernseher verbrachten die Schüler im vergangenen Jahr durchschnittlich 11,5 Stunden in der Woche und damit deutlich weniger Zeit als im Vorjahr mit durchschnittlich 13,3 Stunden.

Wie Renate Lind-Krämer vom Drogenreferat auf Anfrage erläuterte, wurde beim Internet nur die Zeit gewertet, die die Schülerinnen und Schüler aktiv im Netz verbrachten.

Auffällig sei, dass sich junge Männer weitaus häufiger mit Computerspielen die Zeit vertrieben als junge Frauen, die das Internet vor allem nutzten, um mit anderen Menschen zu kommunizieren. Die Schülerinnen seien offenbar vernetzter als ihre männlichen Altersgenossen. Warum das so ist? „Wir haben dafür keine Erklärung“, sagte Lind-Krämer. Aktive Internetspieler täten dies im Durchschnitt 12,2 Stunden in der Woche.

Auffällig sei auch, dass die Jugendlichen nicht mehr stundenlang vor dem Computer sitzen, sondern zwischendurch spielen, wenn sie mit ihrem Smartphone oder I-Pad unterwegs sind. Unterm Strich werde „nicht mehr so viel Zeit“ investiert. Vor einigen Jahren hatte das Drogenreferat noch einen digitalen Friedhof eingerichtet, auf dem Jugendliche ihre Lieblinge, von denen sie durch extensive Rollenspiele in gewisser Weise abhängig geworden waren, beerdigen konnten.

Twitter spielt keine Rolle

Inzwischen hätten diese Spiele nur noch eine geringe Bedeutung. Der digitale Friedhof wurde selbst begraben.

Der bei den Jugendlichen mit Abstand beliebteste Online-Anbieter ist WhatsApp. 95 Prozent nutzen ihn täglich, um Text- oder Bilddateien auszutauschen oder zu telefonieren. YouTube ist punktgleich mit Instagram und Spotify bei 71 Prozent der Jugendlichen ins tägliche Kommunikationsgeschehen eingebunden, Facebook mit nur 16 Prozent eher nicht.

Noch 2012 seien 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler auf Facebook unterwegs gewesen. Als dann die Eltern eingestiegen sind, seien ihre Kinder ausgestiegen. Der von der Frankfurter Feuerwehr und Polizei so oft genutzte Kurznachrichtendienst Twitter sei bei den jungen Leuten „noch nie beliebt“ gewesen, meinte Lind-Krämer. Laut Mosyd-Studie twittern nur sechs Prozent täglich und 82 Prozent „nie“.

Die Studie wird jährlich im Auftrag des Drogenreferats erstellt, um Veränderungen beim Drogenkonsum und Freizeitverhalten aufzuspüren und frühzeitig darauf reagieren zu können.

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