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Alles schräg: die Bruno-Asch-Anlage.
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Alles schräg: die Bruno-Asch-Anlage.

Höchst

Expressives Grün

Die Stadt Frankfurt hat die Bruno-Asch-Anlage rekonstruiert – nur der Brunnen fehlt noch, um dem seltenen Beispiel expressionistischer Gartenkunst das i-Tüpfelchen aufzusetzen. Aber das kommt noch.

Von Brendan Berk

Die Stadt Frankfurt hat die Bruno-Asch-Anlage rekonstruiert – nur der Brunnen fehlt noch, um dem seltenen Beispiel expressionistischer Gartenkunst das i-Tüpfelchen aufzusetzen. Aber das kommt noch.

Das gibt es nur in Höchst. Eine Grünanlage im „gartenarchitektonischen Duktus des expressionistischen Zackenstils“ findet man sonst nirgendwo in Frankfurt. Doch trotz ihrer Einmaligkeit war die Bruno-Asch-Anlage zwischen Bahnhof und Dalbergplatz lange Zeit verwahrlost. Jetzt ist sie aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Am gestrigen Dienstag feierten die Höchster bei Grüner Soße die Eröffnung der denkmalgerecht sanierten Anlage.

Die Stimmung in den grünen Fest-Pavillons am Dalbergplatz ist gelassen. Während der örtliche Jazzverein die Gäste unterhält, freuen sich Bürger und lokale Politprominenz über das „neue Höchster Kleinod“. Immer wieder bleiben Passanten stehen und betrachten neugierig Schautafeln mit Informationen zur Parksanierung.

Rund ein Jahr hat die Wiederherstellung der 1926 im Stil des Expressionismus errichteten Grünanlageanlage gedauert. Die lang gezogene Rasenfläche wurde etwa einen halben Meter abgesenkt und mit einer schwalbenschwanzförmigen Einfassung versehen. Alle Wege wurden grundsaniert und die Böschung am Bahndamm wurde gerodet. Außerdem gibt es neue Bänke und die Beleuchtungsanlage funktioniert wieder. Die Stadt Frankfurt hat dafür rund 650.000 Euro ausgegeben. Die Sanierung des Brunnens kostete noch einmal 230.000 Euro.

Der vom Frankfurter Bildhauer Paul Seiler geschaffene Brunnen kommt allerdings erst im Sommer an seinen Platz in der Mitte der Anlage. Wo momentan noch ein großes Loch klafft, soll sich dann wieder eine Wasserkaskade über die Ränder der vier Brunnenschalen ergießen.

Getreidefeld im Krieg

Wann der Brunnen zum letzten Mal gesprudelt hat, ist nicht bekannt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die gesamte Prachtanlage vorübergehend zum Getreideanbau genutzt. Der Bau eines unterirdischen Bunkers beeinträchtigte die Bruno-Asch-Anlage in den 60er Jahren und dann geriet sie in Vergessenheit.

Es sei vor allem der Initiative des für Höchst zuständigen Ortsbeirats 6 zu verdanken, dass die Stadt die historische Anlage wiederhergestellt habe, lobte Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Grüne). Neben dem Erholungswert des Parks ging es für die Höchster Stadtteilpolitiker dabei vor allem um Imagepflege. Seit dem Weggang der Hoecht AG kämpft das Quartier um eine neue Identität. Mit der sanierten Bruno-Asch-Anlage erstrahle nun wieder ein wenig der „Glanz der alten Kreisstadt Höchst“, findet Ortsvorsteher Manfred Lipp (CDU).

Die Bruno-Asch-Anlage verdankt Höchst seiner Funktion als wichtigem Eisenbahnhaltepunkt. Damals noch unter dem Namen „Bahnhofsanlage“ war der Park ein repräsentativer Blickfang für alle Reisenden am Höchster Bahnhof.

Heute blockieren die Neubauten aus den 60er Jahren am Bahnhofsvorplatz den ungehinderte Blick von der Station bis zum Dalbergplatz. Viele Höchster hoffen, dass die Häuser bald abgerissen werden. Und das mit gutem Grund: Freie Blickachsen waren einer der wichtigsten Bestandteile der expressionistischen Gartenarchitektur.

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