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Schülerinnen und Schüler, Nachbarn und Gäste experimentieren bei der Nacht der Naturwissenschaften.

Fechenheim

Experimentierlust wecken

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Die Konrad-Haenisch-Schule erprobt eine Nacht der Naturwissenschaften. Das soll die Kinder spielerisch an MINT-Berufe heranführen.

Ein verschmitzt lächelnder Mann mit Schutzbrille und weißem Kittel, vor ihm ein Becherglas, aus dem „puff“ eine Flamme aufsteigt: Diese Szene trägt sich nicht etwa im Labor eines Wissenschaftlers zu, sondern in der Turnhalle der Konrad-Haenisch-Schule (KHS) in Fechenheim. Erstmals findet hier die „Nacht der Naturwissenschaften“ statt. Mehr als 40 Forscherstationen laden Schüler, Eltern und Nachbarn zum Experimentieren ein.

„Wir wollen mit der Aktion spielerisch an die MINT-Berufe heranführen“, erklärt Schulleiterin Birgid Frenkel-Brandt. Seit diesem Schuljahr bietet die KHS bereits ab der fünften, und nicht wie üblich ab der siebten Klasse, die Fächer Chemie und Physik an. Auch kooperiert die Schule mit Firmen, die in MINT-Berufen ausbilden. „Aber die Veranstaltung richtet sich ebenso an die Nachbarschaft“, erklärt Sandra Lamik, Konrektorin der KHS.

Während es die Eltern und Schüler an die Reagenzgläser und Erlenmeyerkolben zieht, ist für die Nachbarn auf dem Schulhof ein Adventsmarkt aufgebaut. „Gerade ältere Menschen aus der Umgebung, die den Weihnachtsmarkt in Fechenheim Süd nicht mehr gut erreichen können, sollen sich eingeladen fühlen“, sagt Lamik. Neben Glühwein, Wurst und Waffeln bieten Schüler ihre im Wahlpflichtunterricht hergestellten Handarbeiten aus Holz oder Ton an. Auch die Nachmittagsbetreuung der Schule präsentiert an einem Stand ihre Nachhilfe-, Sport- und Kreativangebote. „Anders als an vielen Frankfurter Schulen besteht hier kein Engpass an Betreuungsplätzen“, lobt Mutter Senada Dzogovic.

Lob für Lehrer

„Die Lehrer sind überhaupt sehr engagiert“, ergänzt Marion Linn. Ihre Kinder besuchen die zweite und vierte Klasse. „Beide haben ein Riesen Interesse an den Experimenten heute.“ Im Sachkundeunterricht werden sie bereits an die Fächer Chemie und Physik herangeführt. „Dass heute die älteren Schüler den Kleinen erklären, wie spannend die Naturwissenschaften sein können, ist eine tolle Ergänzung dazu.“

Einer der „Großen“ ist Mohamed Sabbagh. Er besucht die zehnte Realschulklasse. „Chemie ist mein Lieblingsfach, darin bin ich gut“, verkündet er stolz. Er trägt Laborkittel und Schutzbrille und löscht mit zwei einfachen Hausmitteln – Essig und Backpulver – eine Kerze. „Das will ich auch probieren“, ruft ein Junge.

Am Nachbartisch geht es um akustische Phänomene. Zwei Drittklässlerinnen halten sich einen am Ende einer gespannten Schnur befestigten Becher ans Ohr. „Ich kann sie hören, als ob sie neben mir wäre“, staunt Danaia, die vier Meter entfernt von ihrer Freundin steht. „Die Experimente sind dem Bio-, Physik- und Chemieunterricht entnommen, teils haben die Schüler Ideen eingebracht“, erzählt Konrektorin Lamik. Weil das Pilotprojekt so gut angekommen ist, „wollen wir die Aktion fortan jährlich stattfinden lassen.“

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