Rödelheim

Streit über Umzug der Cyriakusgemeinde

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Ein Runder Tisch soll zwischen Kritikern und Kirchenvorstand vermitteln

Die Stimmung in der evangelischen Cyriakusgemeinde bleibt angespannt. Während der Kirchenvorstand die Planungen für den Umbau des Kirchengebäudes und des früheren Pfarrhauses an der Straße Auf der Insel in Rödelheim vorantreibt, gibt es von einigen Gemeindemitgliedern weiter heftige Kritik an den Plänen, die einen vollständigen Auszug aus dem Gemeindehaus an der Alexanderstraße vorsehen.

„In anderen Gemeinden wird über derartige Planungen lange geredet“, sagt Lothar Schaaf, der sich zusammen mit anderen Gemeindemitgliedern gegen das Vorhaben des Kirchenvorstandes engagiert. „Bei uns wurden jedoch nie alternative Möglichkeiten zu den derzeitigen Plänen besprochen.“

Bereits im Oktober des Jahres 2016 hatte der Kirchenvorstand beschlossen, dass die Gemeinde das Gebäude an der Alexanderstraße aufgeben wird. Zukünftig sollen Veranstaltungen direkt in der Kirche stattfinden, in der hierfür ein zusätzliches Geschoss eingezogen werden soll.

Das frühere Pfarrhaus soll wieder seiner ursprünglichen Funktion zugeführt werden und Platz für eine Pfarrer-Wohnung und das Pfarrbüro bieten. Laut Kirchenvorstand soll der Umbau Mitte 2019 beginnen. Das Gemeindehaus an der Alexanderstraße wird dann vom Evangelischen Regionalverband übernommen.

Keinen Einfluss auf Pläne

„Als Gemeinde wünschen wir uns dort sozialen Wohnungsbau oder ein Mehrgenerationenhaus, haben aber auf die Pläne für das Gebäude keinen Einfluss mehr“, sagt Nicole Lauterwald, Vorsitzende des Kirchenvorstands.

Aus ihrer Sicht gibt es zum Auszug der Gemeinde keine Alternativen, da die verringerte Mitgliederzahl und damit verbundene finanzielle Gründe den Schritt erforderlich machen würden. „Ich kann verstehen, dass es bei einigen Trennungsschmerzen gibt. Wir glauben aber, dass es in der umgebauten Kirche weiter moderne Gemeindearbeit geben wird“, sagt Lauterwald.

Ziel sei es daher auch, die Kritiker mitzunehmen und deutlich zu machen, warum der Kirchenvorstand die Entscheidung nur so fällen konnte. Mit einem runden Tisch soll Ende des Monats daher erneut das Gespräch mit den entsprechenden Gemeindemitgliedern gesucht werden.

Für Lothar Schaaf und seine Mitstreiter reicht dies allerdings nicht aus. „Wir werden erst jetzt angehört, obwohl alle Entscheidungen bereits gefällt sind“, sagt Schaaf. „Dabei geht es uns darum, einen Kompromiss zu finden mit dem alle leben können.“

So bezweifeln die Kritiker, dass der vollständige Umzug finanziell notwendig ist. Eine Alternative sei es, das Gemeindehaus in reduzierter Form zu erhalten. „Die derzeitigen Planungen sind ein Rückzug aus der Mitte des Stadtteils, der unsere Gemeinde bedeutungslos machen wird“, sagt Schaaf.

Klage eingereicht

Um den Umzug möglicherweise in letzter Minute noch zu verhindern, haben die Kritiker eine Klage beim kirchlichen Verfassungs- und Verwaltungsgerichts eingereicht, da die Gemeinde an dieser wichtigen Entscheidung nicht ausreichend beteiligt worden sei. Eine Entscheidung steht hier noch aus.

Der Kirchenvorstand sieht dem Urteil allerdings gelassen entgegen, da die Gemeinde bereits 2015 auf einer Gemeindeversammlung ausreichend informiert worden sei.

„Wir bekommen von der Kirchenleitung Signale, dass wir auf der sicheren Seite sind“, sagt Nicole Lauterwald. „Es geht jetzt darum, die Gemeinde in die Planungen für den Umbau einzubinden, da sich die Mehrheit der Mitglieder darauf freut, in die Zukunft zu blicken.“

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