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Sonnenräder, die aussehen wie Hakenkreuze, ein Beispiel für die missbräuchliche Nutzung der Weihnachtsdeko im Dritten Reich.

Bibelhaus in Frankfurt

Bibelhaus erklärt Ursprung der Weihnachtssymbole

Warum wird an Weihnachten ein Baum aufgestellt und mit Kugeln und Lichtern geschmückt? Die Ausstellung "Weihnachten" im Bibelhaus in Frankfurt erläutert warum.

Schon seit dieser Woche funkeln Glaskugeln neben den roten Kerzen am Weihnachtsbaum im Bibelhaus Erlebnis Museum in Sachsenhausen. Doch warum eigentlich Kugeln, Lichter und Tannen? Die Ausstellung „Weihnachten“, die jetzt eröffnet wurde, erklärt den biblischen Ursprung unserer gängigen Weihnachtssymbole mit historischem Kontext, Exponaten aus unterschiedlichsten Epochen – und mit Weihnachtsdeko zum Anfassen. 

„Wir versuchen hier einen biblischen Weihnachtsbaum anzubieten“, sagt Pfarrer Veit Dinkelaker. Einen kleinen Stamm können Besucher selbst schmücken und erfahren anhand von Bibelversen, dass die roten Glaskugeln an den Apfel im Paradies erinnern. Der Stamm des Weihnachtsbaumes weise auf das Kreuz Jesu hin, und die Kerzen stünden für das Feuer im brennenden Dornbusch und stellten damit eine Verkörperung Gottes dar, erklärt Dinkelaker weiter.

Pfarrer Dinkelaker ist ein wandelndes Lexikon der Bibelgeschichte und seit neun Jahren der theologische Referent für Religionspädagogik am Bibelhaus Erlebnis Museum. Das Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, „die Welt hinter den Texten erklären“, fasst er zusammen. Deshalb liegt der Schwerpunkt der Weihnachtsausstellung auch auf dem geschichtlichen Kontext, in dem Markus und Lukas über die Geburt Jesu geschrieben haben.

Wem die Schautafeln in dem kleinen Kellerraum des Museums zu textlastig sind, für den erklären Dinkelaker oder seine Kollegen bei Gruppenführungen die Unterschiede zwischen den beiden Evangelien gerne auch mit Playmobil-Figuren und bieten eine interaktive Rätselführung für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene an. 

Ein besonderes Kleinod der Ausstellung ist die sogenannte Bansa-Bibel. Der Frankfurter Ratsherr und Bürgermeister Johann Matthias Bansa erstellte sie im Jahr 1746 für seine Kinder und Enkel als Weihnachtsgeschenk, erzählt Pfarrer Dinkelaker und fügt hinzu: „Eine reine Bilderbibel ist etwas ganz besonders.“ Zu Kupferstichen von Matthäus Merian, die Geschichten aus dem Neuen und Alten Testament darstellen, verfasste Bansa jeweils einen zweizeiligen Reim, um seiner Familie den eigenen Glauben näher zu bringen. Nach Recherchen des Bibelhaus Erlebnis Museums gibt es nur noch zwei Exemplare des in kleiner Auflage erschienenen Buches. Das Museum hat die Bilderbibel mit Unterstützung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie des Bankhauses Metzler neu erworben. 

Aufgeschlagen ist die Bansa-Bibel in der Ausstellung bei der Weihnachtsgeschichte und zeigt das Jesuskind in der Krippe. Wofür die Krippe symbolisch steht und was das wiederum mit Ostern zu tun hat, kann man bis März im Bibelhaus erfahren.

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