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Europride erst frühestens 2026 in Frankfurt

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Von: Timur Tinç

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Der CSD in Frankfurt wird dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiern.
Der CSD in Frankfurt wird dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiern. © Renate Hoyer

Römer-Koalition will Zeichen gegen Homo- und Transphobie setzen, hat aber nicht mit dem CSD-Verein gesprochen. Der hat wegen des 30-jährigen Jubiläums ohnehin keine Zeit und will nichts über den Zaun brechen.

Irgendwann hatte Dimitrios Bakakis ein Einsehen. „Wir werden den Antrag zurückziehen und uns beraten“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer am Donnerstagabend im Ausschuss für Diversität, Zusammenhalt, Beteiligung und Europa. Eigentlich hatte die Koalition beschließen wollen, sich wie Hamburg und Magdeburg für die Europride im Jahr 2025 zu bewerben, um in Frankfurt ein Zeichen gegen Homo- und Transphobie zu setzen. Auch die Oppositionsparteien waren eigentlich dafür, doch Pearl Hahn von der Linksfraktion stellte die entscheidende Frage: „Hat man mit dem CSD-Verein gesprochen?“

Die Antwort darauf kam von Andreas Gerlach vom Vorstand des Christopher-Street-Day-Vereins, der wegen des Antrags in den Ratskeller am Römer gekommen war: „Wir sind sehr überrascht worden von dem gemeinsamen Antrag. Mit uns hat niemand gesprochen. Deswegen waren wir irritiert und hätten uns gewünscht, in die Geschichte eingebunden zu sein.“ Zwar habe es vor rund drei Wochen ein Gespräch mit Thomas Bäppler-Wolf von der SPD gegeben, aber die große Runde die daraufhin mit allen Beteiligten folgen sollte, sei nie zustande gekommen.

Da die Frist für den Letter of Intent, die Absichtserklärung, am 31. März endet, sei das viel zu kurzfristig, um eine vernünftige Bewerbung abzuliefern. Gerlach schlug vor, es in aller Ruhe anzugehen und eher das Jahr 2026 oder 2027 anzupeilen.

Hahn sprach von „keiner guten Art und Weise“, Politik zu machen und zog ihre Zustimmung zurück. Auch Falko Görres von Die Fraktion votierte daraufhin gegen den Antrag. CDU-Politikerin Verena David warf ein, dass die Koalition bedenken solle, dass der CSD Frankfurt dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. Am 16. Juli, um genau zu sein. Danach wären sechs Wochen Zeit, um sich bis Ende August für die Europride zu bewerben. „Ich finde es gut, wie die Stadt sich Gedanken macht. Es jetzt in einer Woche übers Knie zu brechen, halte ich für einen Fehler“, sagte Gerlach.

Die Koalition will in den kommenden Tagen noch einmal zusammenkommen und sich nach den „Missverständnissen“ (Bakakis) beraten.

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