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Verena David lacht, obwohl sie nicht nach Brüssel darf.

Europawahl

Frankfurter CDU sieht sich gestärkt

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Die CDU in Frankfurt redet ihr schlechtes Ergebnis schön und rechnet mit Youtuber Rezo ab.

Als erstes rechnet Verena David an diesem Abend im Römer mit dem Youtuber Rezo und seinem Internet-Aufruf gegen die CDU ab. „Das Motto Ich zerstöre die CDU ist doch eine Unart“, sagt die Europa-Kandidatin angeekelt. „Was ist denn das für eine Haltung?“ In diesem Stil „dürfen wir nicht miteinander umgehen“, urteilt die Frankfurter CDU-Stadtverordnete, die es erneut nicht geschafft hat, ins Europaparlament einzuziehen.

Die CDU redet sich ihr schlechtes Ergebnis in Frankfurt und auf Bundesebene schön. „Der Wahlsieg in Bremen ist doch ein Riesenerfolg – und wir haben immer noch die Chance, mit Manfred Weber den Präsidenten der EU-Kommission zu stellen“, sagt David. Auch der CDU-Kreisvorsitzende Jan Schneider würde am liebsten nur über Bremen reden. „Petra Roth als gebürtige Bremerin hat sicher Tränen der Rührung in den Augen.“

Und dann macht sich Schneider Gedanken über „den Absturz“ der Sozialdemokraten: „Ich hoffe nur, dass die Situation in der Römer-Koalition jetzt nicht noch schwieriger wird“, sagt der gerade wiedergewählte Baudezernent.

CDU muss „besser erklären, dass wir auch etwas für den Klimaschutz tun“

Das Video des Youtubers Rezo nennt er „absurd“: „Ein Mann, der sich Flugreisen sponsern lässt und dann etwas über Umweltschutz erzählt.“ Gewiss, die CDU „hätte schneller reagieren müssen“ auf den Angriff im Internet: „Wir müssen an dieser Stelle noch mehr tun.“

Und Schneider ruft die CDU dazu auf, dem Alleinvertretungsanspruch der Grünen in Sachen Umweltpolitik entgegenzutreten: „Wir müssen besser erklären, dass auch wir etwas für den Klimaschutz tun.“

Auch Michael zu Löwenstein, der CDU-Fraktionschef im Römer, tut so, als sei in Frankfurt und auf Bundesebene bei der CDU nichts passiert. „Unser Ergebnis ist nicht viel schlechter als bei der Landtagswahl“, behauptet der Jurist. „Herausragend“ nennt er die hohe Wahlbeteiligung in Frankfurt. Und zu Löwenstein freut sich darüber, dass die AfD schlechter abschnitt bei der Bundestagswahl.

„Die CDU ist gestärkt aus diesem Wahlergebnis hervorgegangen“, behauptet sogar Sven Simon, der hessische Europa-Spitzenkandidat. „Die AfD hätte ich gerne unter zehn Prozent gesehen“, fügt er hinzu. Das Video von Rezo jedenfalls habe „unsere Chancen nicht verhagelt“.

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