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Wahlbrief zur Europa-Wahl

Wahl am Sonntag

Europawahl: Absoluter Rekord bei der Briefwahl in Frankfurt

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Bisher haben mehr als 78.673 Wahlberechtigte in Frankfurt Anträge gestellt. Erprobt wird eine neue Computersoftware.

Die Stadt Frankfurt will in jedem Fall verhindern, dass es bei der Europawahl am Sonntag zu ähnlich gravierenden Pannen kommt wie bei der Landtagswahl am 28. Oktober 2018. Das hat Kreiswahlleiter Stefan Fuhrmann versichert. „Wir sind vorbereitet“, betonte der Jurist, der auch Leiter des städtischen Rechtsamtes ist, vor Journalisten.

Bei der Landtagswahl hatte die Computersoftware des Landes, Wahlweb Hessen, versagt. In Frankfurt führte das dazu, dass Ergebnisse nur geschätzt werden konnten und später erheblich korrigiert werden mussten. Fuhrmann berichtete von einem vertraulichen „Lasttest“ für die erneuerte Version von Wahlweb. An dieser Generalprobe hätten einschließlich der Stadt Frankfurt kürzlich landesweit 149 Kommunen und Gemeinden teilgenommen. „Es hat funktioniert“, sagte der Kreiswahlleiter.

Nach den Worten Fuhrmanns ist sichergestellt, dass bei einem erneuten Ausfall von Wahlweb Ergebnisse nicht nur über wenige Telefonleitungen übermittelt werden können. So war es in der Wahlnacht am 28. Oktober gewesen. Viele Wahlvorstände waren damals schlicht nicht zum Wahlamt durchgekommen. Das soll sich nicht wiederholen.

Kreiswahlleiter Fuhrmann hofft auf hohe Wahlbeteiligung in Frankfurt

In Frankfurt am Main gibt es einen absoluten Rekord bei der Briefwahl zur Europawahl. Bis zum Dienstag hatten 78.673 Wahlberechtigte Anträge auf Teilnahme an der Briefwahl gestellt. Das war ein Anteil von 18 Prozent der insgesamt 429.800 Wahlberechtigten. Bei der Europawahl 2014 hatten insgesamt nur 48.926 Menschen per Briefwahl abgestimmt, rund 11,7 Prozent.

Zudem wurden fünf Obdachlose und drei Personen, die unter Betreuung stehen, auf Antrag in das Wählerverzeichnis aufgenommen. Auch 763 Auslandsdeutsche beteiligen sich an der Abstimmung in Frankfurt, darunter ein Wähler in Ecuador.

Von den 4279 Wahlberechtigten aus Ländern der Europäischen Union (EU) haben 1570 ihre Aufnahme in das Wählerverzeichnis beantragt. Vor fünf Jahren waren es rund 1100 gewesen.

Fuhrmann äußerte die Hoffnung auf eine hohe Wahlbeteiligung. Der Jurist interpretierte den hohen Briefwahlanteil auch als Ausdruck des Interesses an der Abstimmung. „Das ist ein gutes Zeichen für die Demokratie“, urteilte der Amtsleiter.

Die Fachleute des Wahlamtes zeigten sich vorsichtiger. Hans-Joachim Grochocki, der städtische Wahl-Organisator, verwies darauf, dass viele Menschen schlicht wegen des folgenden Feiertages Christi Himmelfahrt in Urlaub sein könnten.

Die Wahlbeteiligung in Frankfurt hatte 2014 nur bei 44,5 Prozent gelegen, 2009 sogar nur 38,9 Prozent betragen und 2004 genau 39,8 Prozent.

373 Wahlbezirke in Frankfurt

Das Frankfurter Stadtgebiet ist am Sonntag in 373 Wahlbezirke aufgeteilt, darunter sind 14 neue Wahllokale. Für die Briefwahl wurden 117 Bezirke gebildet.

Die Briefwahlstimmen werden am Sonntag ab 18 Uhr in der Messehalle 1 auf dem Frankfurter Messegelände ausgezählt.

Ein vorläufiges Endergebnis der Europawahl soll in Frankfurt gegen 21 Uhr vorliegen. In Hessen insgesamt bewerben sich 40 Parteien und politische Gruppierungen. 2014 waren es lediglich 24 gewesen. Der Stimmzettel ist aufgefaltet fast einen Meter lang, nämlich 96 Zentimeter. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr.

Zur Stimmabgabe sollten die Wahlbenachrichtigungen mitgebracht werden. Wer sie verloren oder vergessen hat, muss sich gegenüber dem Wahlvorstand ausweisen, um seine Stimme abgeben zu können.

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