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Europapokalsieger Eintracht Frankfurt: Späte Siegesfeier im Römer

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Von: Sandra Busch

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Timothy Chandler trägt sich samt Töchterchen ins Goldene Buch ein. Filip Kostic lauert.
Timothy Chandler trägt sich samt Töchterchen ins Goldene Buch ein. Filip Kostic lauert. © Jan Huebner/dpa

Die Eintracht Frankfurt ist Europapokalsieger. Über Stunden ist im Römer alles bereit für den Empfang der Mannschaft.

Frankfurt – Um 21.35 Uhr ist der Moment gekommen, auf den alle so lange gewartet haben. Die Tür vom Kaisersaal wird geöffnet und die Mannschaft der Eintracht Frankfurt tritt hinaus auf den Römerbalkon. Torhüter Kevin Trapp trägt den Pokal nach draußen. Jubel brandet auf. Viele Stunden haben Menschen auf dem Römerberg ausgeharrt, auch im Römer wurde gewartet. Nun endlich ist die Heldentruppe anwesend. Bengalos werden gezündet. Rauch zieht in den Kaisersaal. Die Rauchmelder springen an und hören gar nicht mehr auf zu heulen.

Zehn Minuten zuvor war die Mannschaft in den Kaisersaal gekommen. Kapitän Sebastian Rode und Trainer Oliver Glasner trugen den Pokal hinein, begleitet von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) – der auf dem Weg in den Kaisersaal zunächst den beiden den Pokal geklaut und selbst getragen hatte. Im Saal sagte er dann: „Ihr habt Euch für diese Stadt unsterblich gemacht.“ Es sei eine große Leistung der Mannschaft gewesen und die Fans seien „die Luft unter den Schwingen der Adler“ gewesen.

Eintracht Frankfurt: „Romantik in den Fußball zurückgebracht“

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann erzählte, wie er vor vier Jahren zur Feier des DFB-Pokals dagewesen sei, „und da hatte ich das Gefühl, lange nicht wiederzukommen, um einen Titel zu feiern“. Da hatte er sich wohl geirrt. Er sprach im Kaisersaal davon, dass Eintracht Frankfurt Grenzen verschoben und die „Romantik in den Fußball zurückgebracht“ habe.

Doch dann ging es endlich raus auf den Balkon, wo sich die Mannschaft von den Fans feiern ließ. Und während Eintracht Präsident Peter Fischer ihnen zurief, dass er der „stolzeste Präsident von diesem verrückten Haufen da unten“ sei, kamen immer wieder Spieler nach drinnen und trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Auch der Pokal weilte nicht immer draußen auf dem Balkon. Er wurde im Kaisersaal herumgereicht. Für Fotos. So ließ etwa Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) ein Bild von sich und dem Pokal machen und stellte fest: „Der ist aber sehr schwer.“

Gefeiert wurde im Römer bereits, als die Mannschaft noch auf dem Weg nach Frankfurt war, 500 Menschen waren geladen, um die Europapokalhelden im Rathaus zu empfangen. Es ist halb sechs, als Stadtverordnete und Ortsbeiräte gemütlich Grüne Soße in den Römerhallen essen – und vor der Rathaustür gerade der Römerberg geschlossen wird. 12.860 Fans durften drauf. Dann ist er voll. Bereits Stunden vorher waren die Fans gekommen, sangen ein Lied nach dem anderen.

Eintracht Frankfurt: Feier im Römer – „das beste Marketing für den Sport unserer Stadt“

Nils Kößler, CDU-Fraktionsvorsitzender im Römer, hat am Abend zuvor vielleicht auch gesungen. Oder gebrüllt. Zumindest ist er ziemlich heiser am Donnerstagabend (19. Mai). „Das war das Spannendste, was ich in den vergangenen Jahren gesehen habe.“ Für den Vorsitzenden des Sportkreises Frankfurt, Roland Frischkorn, ist der Europapokalsieg „das beste Marketing für den Sport unserer Stadt“. Und der Fraktionschef der Linken, Michael Müller, ist im Eintracht-Trikot gekommen. Ohne Rückennummer. „Das Team ist ja entscheidend, nicht der Einzelne.“

Einen Tag der Eintracht hat die Partei „Die Partei“ bereits im vergangenen Jahr gefordert. Der 19. Mai, der Tag des DFB-Pokalsiegs, solle Feiertag werden. „Jetzt setzen wir uns für zwei Feiertage ein“, sagt Nico Wehnemann. Für den 18. und den 19. Mai. Und wenn dann nächstes Jahr die Champions League gewonnen werde, „dann sind wir ja schon fast bei einer Woche Feiertage“.

Doch zunächst wurde überall auf die Mannschaft gewartet. Auch im Kaisersaal. Doch der Autokorso schob sich nur langsam durch die Stadt. Und obwohl Sportdezernent Mike Josef (SPD) mit der Mannschaft im Flieger war, ist er vorher da. Ohne Autokorso eben. Er erzählt wilde Geschichten aus der Nacht in Sevilla. Wie er mit dem Eintracht-Präsidenten zum Stadion gefahren war, sie aber nicht an den Absperrungen vorbeigelassen wurden und daher ausstiegen und mit den Fans zum Stadion gelaufen sind. Wie es kein Wasser mehr im Stadion gab. „Alles war Wahnsinn“, sagt er. „Alles Wahnsinn.“ Diese ganze Nacht, der Sieg, einfach alles Wahnsinn. (Sandra Busch)

Der Verein hat es tatsächlich geschafft! Am Mittwochabend (18. Mai) gewann Eintracht Frankfurt das Finale der Europa League gegen die Glasgow Rangers.

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