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Europäische Woche des Sports: Bewegung in den Mittelpunkt stellen

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Von: Timur Tinç

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Die Flythenics zeigen was echte Körperbeherrschung ist.
Die Flythenics zeigen was echte Körperbeherrschung ist. © Michael Schick

Die Europäische Woche des Sports startet am 23. September. Die Energiekrise macht vielen Vereinen große Sorgen. Die Verantwortlichen ärgern sich, dass der Sport bei Entlastungspaketen bislang nicht berücksichtigt wurde.

Sich in verschiedenen Sportarten ausprobieren, Vereine kennenlernen und bestenfalls Mitglied in einem werden. Das ist die Kernidee der Europäischen Woche des Sports, die am 23. September beginnt und bis zum 30. des Monats läuft. Ob Frisbee, Kunstradfahren oder Yoga – für alle ist etwas dabei. Allerdings steht der Sport unter dem Schatten der Energiekrise.

„Die Krise hat deutlich gemacht, dass der Sport das fünfte Rad am Wagen zu sein scheint“, ärgert sich Roland Frischkorn, der Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt. Sport werde als Freizeitangebot gesehen und so auf Bundesebene auch diskutiert. Bei den Entlastungspaketen sei zwar die Kultur, aber nicht der Sport bedacht worden, ergänzte Jens Uwe-Münker, Abteilungsleiter Sport im Hessischen Innen- und Sportministerium. „Wir haben im Blick, was der Bund macht. Zu gegebener Zeit wird das Land reagieren“, versprach er.

Das sei auch bitter nötig, betonte Juliane Kuhlmann, Präsidentin des Landessportbunds Hessen. „Viele Vereine haben Existenzängste. Die Vorauszahlungen werden massiv erhöht“, berichtete sie. Diese Lücken könnten die Vereine nicht alleine schließen. Kürzlich habe sie mit Innen- und Sportministerin Nancy Faeser (SPD) und „mit großem Nachdruck das Thema adressiert“. Bislang seien aber noch keine Signale gekommen. „Ich kann nicht glauben, dass es nicht gelingen wird, uns da reinzubekommen“, so Kuhlmann.

Sie wünscht sich, dass bei der Europäischen Woche der Sport verstärkt wahrgenommen werde und sich in seiner bunten Vielfalt zeigen könne. Frankfurts Sportdezernent Mike Josef (SPD) sieht die Aktionswoche, an der mehr als 70 Vereine und Institutionen teilnehmen werden, als Katalysator für die Entwicklung des Sports in der Stadt. „Es geht darum, ein Bewusstsein für Bewegung und Integration zu schaffen“, sagte Josef. Sportangebote im öffentlichen Raum seien ein Türöffner, damit die Menschen in die Vereine gingen.

Die Europäische Woche des Sports

Die Europäische Woche des Sports findet jährlich vom 23. bis 30. September statt. Die Initiative der Europäischen Kommission gibt es seit 2015.

In Frankfurt und der Rhein-Main-Region wird es wieder über 250 Angebote von mehr als 70 Vereinen und Institutionen geben. Das Familiensportfest in der Fabriksporthalle, Wächtersbacher Str.aße 80 steigt am 25. September. Unter www.beactive-frankfurt.de kann man sich für die Angebote anmelden. tim

Die Frankfurter Sportvereine haben rund 262 000 Mitglieder und somit den Mitgliederrückgang während Corona wieder rückgängig machen können. „Es muss uns aber alarmieren, wenn es bei den bis zu Sechsjährigen einen bundesweiten Rückgang von 17 Prozent in den Vereinen gibt“, sagte Josef. In Berlin seien es sogar 30 Prozent. Da gehe es gar nicht nur um den Sport, sondern die Gemeinschaft. „Wenn das verloren geht, haben wir gesellschaftliche Debatten, die darüber hinausgehen“, warnte der Stadtrat.

Tilman Wittershagen, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsinitiative Frankfurt-Rhein-Main, sieht einige Regionen besser aufgestellt. Er nannte Berlin, wo 14 deutsche Meisterschaften über die Bühne gehen. Oder die vor wenigen Wochen zu Ende gegangenen European Championships in München in neun Sportarten. „Ich ermuntere alle, größer zu denken“, sagte Wittershagen.

Ein Umdenken findet auch nach und nach in der Stadt Frankfurt statt, wie man Flächen bespielt. Am Mainkai kamen im Sommer die ungebundene Szene und gebundene Szene zusammen. „Das zeigt, welches gesellschaftliches Potenzial im Sport steckt“, sagte Frischkorn.

Vorführung der Zumba-Gruppe der TG Bornheim.
Vorführung der Zumba-Gruppe der TG Bornheim. © Michael Schick

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