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Der dreijährige David ist mit den Großeltern unterwegs und macht sich mit dem Frühling vertraut.

Palmengarten

Euphorie mit Narzissen

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Im Palmengarten ist schon der Frühling ausgebrochen. Dann kann es draußen traditionell auch nicht mehr lang dauern.

Wir haben Dich so vermisst, Triumph-Tulpe! Auch Dich, Trompeten-Narzisse! Und Dich sowieso, Papagei-Tulpe! Aber da seid Ihr ja endlich wieder – wenn auch vorerst nur unterm Dach. Der Palmengarten ruft den Frühling aus. Draußen hat man’s leider noch nicht gemerkt.

Dabei ist doch schon Vorfrühling, erklärt Katja Heubach, eine Zeit, die sie sehr mag. Kein Wunder, war die Palmengartendirektorin doch als Forscherin oft in Afrika am Äquator unterwegs: „Was es da nicht gibt, ist der Frühling“, sagt sie, „das habe ich schon sehr vermisst.“

Wie wir hier im Winter. Aber jetzt wird alles gut, alles Bambi, denn 50 000 Blumenzwiebeln können nicht irren. So viele haben die Palmengärtner gepflanzt und gepflegt, 90 Blumensorten daraus gezogen, diverse Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Iris, Krokusse, dazu hübsche Gehölz-Arrangements mit Birken und Forsythien wachsen lassen. Das sieht richtig nach Leben aus. Und bis jetzt, Leute, hat es immer geklappt: Wenn der Palmengarten vorlegte, wurde es bald darauf auch draußen Frühling.

„Dieses Gefühl, haaach, endlich!“, schwärmt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), lobt das Gestalterteam um Jonas Glaser, Jörg Plaßmann, die Gärtnerinnen und Gärtner – aber sie vergisst auch nicht den ernsten Aspekt. „Wir wissen schon gar nicht mehr, wie heiß der Sommer war“, sagt die Stadträtin. „Es wird auch in diesem Sommer so heiß werden.“ Was kann man da machen? „Pflanzen in den Garten, kein blanker Boden, auch an die Vögel denken.“ Amsel und Star sind bedroht. „Wo keine Pflanzen sind, sind keine Insekten“, erklärt Heilig, „und wo keine Insekten sind, sind keine Vögel.“

Die Ausstellung hingegen ist ausdrücklich offen für Vögel und bietet sogar diverse bunte Vogelhäuschen zum Verschnaufen. Direktorin Heubach hebt den Willen hervor, die biologische Vielfalt auch durch noch mehr Pflanzenarten zu fördern. Ihr Hauptthema, von den Besuchern begeistert aufgenommen, ist jedoch der Frühling als solcher und was er mit uns macht. Sein Licht und unsere Glückshormone – ein unschlagbares Duo. Die Euphorie. Heubach: „Der Wunsch, sich mit anderen zu vergnügen, wird größer.“ Gelächter. „Aber auch die Frühjahrsmüdigkeit.“

Kleine Teiche, hölzerne Zäune machen die Schau zur Idylle. Es schließt sich zudem ein Kreis: Matthias Jenny, Heubachs Vorgänger, nahm im vorigen Jahr bei der Frühlingsausstellung seinen Abschied – und jetzt, zum gleichen Anlass, taucht er erstmals wieder auf. Weite Teile der Zwischenzeit verbrachte er in Argentinien, aber man weiß ja, wie das ist: Einen richtigen Frühling haben die da auch nicht.

Frühling, Ausstellung im Palmengarten, bis 24. Februar.

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