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Jetzt kehrt der Kirmes-Flair in Frankfurt zurück, zumindest ein bisschen und natürlich coronokonform. Foto: Monika Müller
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Jetzt kehrt der Kirmes-Flair in Frankfurt zurück, zumindest ein bisschen und natürlich coronokonform.

Frankfurt

Kirmesgefühl ist zurück in der Frankfurter Innenstadt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Beim „Sommer in der Stadt“ finden sich Buden und Fahrgeschäfte an einem halben Dutzend Punkten in der Innenstadt.

Frankfurt – Den ersten Regenschauer lächelt Andrea Feuerstein einfach weg. Am Freitagnachmittag sitzt die 55-Jährige mit Zeitung in den Händen im Kassenkabuff ihres Kinderkarussells, das sie und ihr Mann nach etlichen Monaten Zwangspause endlich wieder am Frankfurter Mainufer aufstellen durften.

Beim „Sommer in der Stadt“ finden sich Buden und Fahrgeschäfte an einem halben Dutzend Punkten in der Innenstadt. „Nass“, sei es, scherzt sie und sagt dann in ernsterem Tonfall: „Das Schlimme bei der Geschichte ist, dass wir von 100 Prozent auf Null gerutscht sind“. Ehe die Covid-19-Pandemie in Deutschland ausbrach, waren sie mit ihren Fahrgeschäften Anfang März 2020 noch auf dem Barbarossamarkt in Hanau gewesen. Dann mussten sie lange zu Hause ausharren.

Frankfurt: Corona-Hilfen kommen unterschiedlich an

Corona-Soforthilfen hätten sie, anders als Kolleg:innen aus ihrem Gewerbe, im Frühjahr sowie Ende des Jahres „zeitnah bekommen“. Doch das Nichtstun nagte an dem Ehepaar. Bereits in vierter Generation betrieben sie ihre Karussells, berichtet Jürgen Feuerstein. Was aber einen auskömmlichen Umsatz geht, so sagt der 63-Jährige, „hoffen wir auf den Weihnachtsmarkt“. Seine Frau sagt: „Es ist einfach schön, dass wir wieder was für die Kinder tun können.“

Sechs Stationen „Sommer in der Stadt“

Für die nächsten vier Wochen können Besucher:innen bei Popcorn, Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und kleineren Fahrgeschäften wieder an mehreren Plätzen in der Frankfurter Innenstadt etwas Dippemess-Luft schnuppern.

Je nach Standort kann das Kirmes-Flar auch länger dauern. In der Freßgass‘ gibt es einen Weinstand und vor der Alten Oper zwei weitere Buden. Am Roßmarkt wird geprüft, ob neben einem Imbissstand mit Nierenspießen ein Kinderkarussell und gar ein Autoscooter aufgestellt werden kann.

Weitere Attraktionen gibt es am Kaiserplatz (Slush-Eis, Softeis, Crêpes-Stand) und ab Montag am Liebfrauenberg (Kinderkarussell) sowie am nördlichen Mainufer, auf Höhe des Eisernen Steges. Öffnungzeiten sind täglich von 11 bis 23 Uhr. cd

Ein Strahlen hat Leonie auf dem Gesicht. Das Grinsen ist auch hinter der OP-Maske, die die Zehnjährige trägt, zu erahnen. Weil sie Geburtstag hat, hat sie eine Extra-Portion Fahr-Chips geschenkt bekommen, die sie stolz hoch unter ihren Freundinnen verteilt. Betreuerin Laura, die die Mädchen begleitet und etwas überrascht war, dass sie mit zehn noch Karussell fahren wollten, sagt: „Für die Kleinen ist das cool hier und es war ein großer Verlust die letzten Monate über.“ Auch die Siebenjährigen Amira und Sara sind angetan. „Weil das Spaß macht“, sagt Sara. Entlang der kleinen Festmeile am Main, Richtung Eiserner Steg, gibt es neben dem Karussell einen Automaten, aus dem man mit einem Greifarm Plüschtiere herausziehen kann, sowie Essens- und Getränkestände.

„Wir haben eine lange Durststrecke hinter uns“, sagt Birgit Kociok vom Crêpes-Stand, die hinter den Heizplatten für ihre Pfannkuchen steht. 2019 habe sie das letzte Mal gearbeitet, berichtet Kociok und verweist für weitere Fragen an den Vorsitzenden des Frankfurter Schaustellerverbandes, Thomas Roie.

Steigende Corona-Inzidenz in Frankfurt gibt Rätsel auf

Der sagt: „Wir sind froh, dass wir jetzt so ein bisschen zurück ins Leben können.“ Roie hofft auch, dass das Mainfest laufen kann. Nur mit den Einnahmen dieses Festes könnten die Standmieten für den Weihnachtsmarkt gestemmt werden. Schon im Oktober hatte es mit „Herbst in der Stadt“ solch eine Art „Mini-Dippemess“ gegeben, wie OB Peter Feldmann die in der Stadt verteilten Buden und Fahrgeschäfte nennt. „Die Schausteller haben es verdient, wieder aktiv zu werden“, so Feldmann. „Wir wollten den Schaustellern auch in diesem Jahr die Möglichkeit für Umsatz geben“, sagt Eduard Singer, vom Stadtmarketing, der die Aktion mitorganisiert hat. Um größere Menschenansammlungen in Pandemiezeiten zu vermeiden, sei das Jahrmarktgeschehen wieder auf vielen Plätzen aufgeteilt.

Das aus dem Vorjahr übernommene Hygienekonzept ist mit Gesundheitsamt und Berufsgenossenschaft abgesprochen. Roie: „Wenn es voller ist oder auf dem Kinderkarussell enger wird, muss Maske getragen werden“. Neben Karussells soll in zwei Wochen auf der anderen Mainseite, am Walther-von-Cronberg-Platz, Trampolinspringen dazukommen, das von einem der Schaustellerbetriebe freitags und samstags angeboten wird. (Clemens Dörrenberg)

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