Flughafen Frankfurt

Nur etwa 800 Meter Abstand

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Die Deutsche Flugsicherung untersucht einen Vorfall. Die Bürgerinitiativen sprechen von einer gefährlichen Annäherung zweier Maschinen über Eddernheim.

Nur etwa 800 Meter Abstand hatten zwei Flugzeuge, die sich nach Angaben der Raunheimer „Bürgerinitiative Fluglärm“ westlich von Eddernheim in rund 1000 Metern Höhe begegneten. Zufällig war der Sprecher der Eddernheimer Bürgerinitiative für Umweltschutz, Frank Wolf, am vergangenen Samstag um 18.40 Uhr dort mit seinem Hund unterwegs und wurde so zum Augenzeugen.

„Es war in der Tat eine furchterregende Szene. Mir war in den ersten Sekunden nicht klar, wie das ausgehen wird. Ich stand ja genau in der Mitte der beiden auf mich zukommenden Flieger“, schrieb Wolf jetzt der Frankfurter Rundschau. Die Bürgerinitiative in Raunheim hat auf Grundlage der üblichen elektronischen Aufzeichnungen aller Flugbewegungen den Vorfall rekonstruiert.

Danach musste eine Maschine aus unbekannten Gründen durchstarten. Eine zweite hob kurz danach ab. Beide Piloten wichen sich in der Luft aus. Der eine drehte nach Norden, der andere nach Süden ab. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative sei der für Startmanöver vorgeschriebene Abstand nicht eingehalten worden. „Die Annäherung war in diesem Fall schon kritisch, aber noch nicht extrem“, urteilt die Bürgerinitiative. Sie bewertet diesen und ähnliche Fälle als Zeichen dafür, dass der Flughafen bereits heute überlastet sei. So würden immer wieder „Sicherheitsregeln gebeugt oder gebrochen“, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können.

Dieser Vorwurf wird von einer Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS), Kristina Kelek, vehement bestritten. Die Flugsicherung sei „sehr stolz“, dass sich trotz der Zunahme der Flugbewegungen die Sicherheit auf dem „gewohnt hohen Niveau“ bewege. Der Vorfall vom 13. Juli werde untersucht. Das könne ein bis zwei Wochen dauern. Vorher wolle sie zu dem Fall nichts sagen. „Wir nehmen solche Hinweise sehr ernst“, betonte Kelek. Es treffe zu, dass der DFS Personal fehlt. Deshalb hätten seit dem 1. Juni viele Mitarbeiter freiwillige Zusatzschichten übernommen.

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