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Essen und Party machen für die Zukunft in Frankfurt

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Von: Thomas Stillbauer

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„Schwein gehabt“ heißt die Station der Klimagourmet-Ausstellung in der Zentralbibliothek.
„Schwein gehabt“ heißt die Station der Klimagourmet-Ausstellung in der Zentralbibliothek. © Michael Schick

Das Klimagourmet-Festival beginnt passend zur „Fridays“-Demo und wagt eine Mischung aus Feierlaune und Wertschätzung fürs Essen.

Dass der Auftakt zum Klimagourmet-Festival an diesem Freitag exakt auf den Tag des globalen Klimastreiks fallen würde, das war dem Planungsteam unter Federführung des Frankfurter Energiereferats anfangs nicht klar. So eine reichliche Woche voller Veranstaltungen braucht ja einen langen Vorlauf. Und so eine Klimademo geben die „Fridays for Future“ mitunter nicht gar so frühzeitig bekannt.

Aber da nun beides parallel beginnt, die Demo und die klimagerechte Schlemmerei, sagt Paul Fay vom Energiereferat: „Das passt doch perfekt zusammen.“ Ausdrücklich lobt er, dass Menschen für den Klimaschutz auf die Straße gehen: „Es besteht die Notwendigkeit zu handeln.“ Ob es denn seitens Klimagourmet eine begleitende Aktion zum Klimastreik gebe? Antwort: „Im Prinzip machen wir doch eine ganze Woche dazu.“

Die beginnt an diesem Freitagabend mit dem Podiumsgespräch „Visionen von einer guten Zukunft“ (19.30 Uhr, Zentralbibliothek, Hasengasse 4). Der Frage, wie auf lange Sicht ein gutes Leben für alle aussehen kann und was Ernährung damit zu tun hat, widmen sich dort der Bio-Pionier Volker Schmidt-Sköries, Gründer der Bäckereikette Bio-Kaiser, „Foodpreneur“ Daniel Anthes, Hersteller des aus gerettetem Brot gebrauten „Knärzje“-Bieres, und Paul Fay. Klimadezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) führt ins Thema ein.

Klimagourmet – was ist das? Eine Plattform für nachhaltigen Genuss und Klimaschutz. Bekannt wurde sie durch die jährliche Veranstaltungsreihe, die erst Klimagourmet-Woche hieß und inzwischen den Nachnamen Festival statt Woche trägt. Dieses Jahr lockt sie zum neunten Mal zum Genießen ohne Reue.

KLIMAGOURMET

Zehn Tage lang, bis zum 2. Oktober, lädt das Klimagourmet-Festival ein, Wissenswertes zum Thema Ernährung und Klima zu erfahren und jede Menge zu genießen. „Feiern, was gut ist“, lautet ein Motto. Es gibt Musik, viel zu essen, zu trinken und zu lernen.

Die Gemüseheldinnen zeigen, wie sie nachhaltig anbauen, Peru Puro präsentiert faire Schokoladenproduktion (beides am Dienstag), es gibt Stadtführungen mit Fingerfood und Wildwuchs (Mittwoch), Pilze im Museum und die Diskussion mit Kindern: Dürfen wir Tiere essen? (Donnerstag), eine Blaue Tafel mit 400 Schülerinnen und Schülern (Freitag), Ausflüge nach Offenbach und Bad Vilbel (am Samstag, 1. Oktober) und vieles mehr –

insgesamt 50 Angebote.

Das ganze Programm unter www.klimagourmet.de

Essen macht viel CO2 aus

Da geht es um viel, erläutert Mitinitiator Fay. 16 Prozent des CO2-Fußabdrucks der Menschen gingen allein auf das Konto der Ernährung, sagt er. Dabei spiele Tierisches die Hauptrolle. Weniger Fleisch auf dem Teller mache einen riesigen Unterschied für den Klimaschutz. Ähnliches bei der Gefrierkost: Ist das Gemüse oder die Pizza gefroren, bedeute das ein ganzes Kilo mehr CO2-Emissionen. „Frische Lebensmittel sind klimafreundlicher – und gesünder“, sagt Fay.

Darüber informiert die Klimagourmet-Ausstellung mit anschaulichen Beispielen. Sie ist während der Festivalwoche in der Zentralbücherei zu sehen – und seit vorigem Jahr digital auf der Website klimagourmet.de

„Die Woche hat einen neuen Look und einen dreigeteilten Schwerpunkt“, sagt Maike Thalmeier von der Agentur Ubermut, seit Jahren Klimagourmet-Partnerin. „Genießen. Feiern. Handeln“ heißt das Motto mit 50 Angeboten. Die drei Facetten sollen schon am Auftaktwochenende zum Tragen kommen: Information und Handlungsanreiz mit der Podiumsdiskussion am Freitag, feiern am Familiensonntag mit Gewächshaus-Picknick und vielen Aktionen bei den Urban Farmern von der Kooperative (schon ausgebucht) und genießen bei der „Good-Food-Party“ mit erlesenen und nachhaltigen Speisen und Getränken am Samstag ab 17 Uhr bei den „F&B Heroes“ in der Günderrodestraße 4.

„Die Akteure kennenlernen, Neues ausprobieren“, nennt Claudia Stiefel von Ubermut einen weiteren Reiz des zehntägigen Festivals. Bildungseinrichtungen mischen mit, und verstärkt auch die Gastronomie. „Das Thema Klima ist nicht nur in den Köpfen, sondern auch in der Küche angekommen“, sagt Luise Parat vom Hotel- und Gaststättenverband. „Wir freuen uns, tatkräftig dabei zu sein.“

Bleibt die Frage, wie es sich nachhaltig schlemmt, während der Krieg in der Ukraine die Lebensmittelversorgung an vielen Orten auf der Welt ins Wanken bringt. „Wir alle können etwas beitragen“, sagt Paul Fay und nennt als Stichwort: Zero Waste – nichts wegwerfen, Wertschätzung für Lebensmittel lernen. Die Betriebe im Klimagourmet-Programm arbeiteten daran mit.

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