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Anwohnerin Betül Gök (l.) von der Gruppe "Essbares Fechenheim" und Quartiersmanagerin Leonore Vogt wollen im Stadtteil Hochbeete anlegen und Blumenkübel aufstellen.

Fechenheim

Essbares Fechenheim

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Mit ihrer Initiative möchte Anwohnerin Betül Gök den Stadtteil mit Hochbeeten verschönern.

Betül Gök ist ein Stadtkind. Aktiv gegärtnert hat sie noch nicht. „Vielleicht ist das eine Traumvorstellung von mir“, sagt die 21-Jährige, „denn ich bin ein naturverbundener Mensch“. Als solcher möchte sie ihren eigenen Stadtteil aufhübschen – mit verschiedenem Gemüse, das in Hochbeeten und Blumenkübeln sprießen soll. „Essbares Fechenheim“, heißt das Projekt.

Inspirieren lassen hat sich Gök vom Frankfurter Garten am Danziger Platz im Ostend. „Ich bin begeistert, dass dort so viele Hochbeete aufgestellt sind“, sagt sie und lobt die Atmosphäre. „Jung und Alt sitzen dort harmonisch zusammen.“ Da der Ostbahnhof aber zu weit weg von Fechenheim sei, habe sie sich gedacht: „Es wäre schön, wenn es so etwas auch bei uns gäbe.“

Zunächst möchte Gök Hochbeete, später womöglich einen Gemeinschaftsgarten etablieren. „Viele fühlen sich überfordert, wenn sie sofort einen Gemeinschaftsgarten anlegen müssen“, sagt Gök. Aufgestellt werden sollen die Beete vorerst im Süden Fechenheims, wo sie wohnt. Wenn der Funke überspringt, sollen auch die Menschen aus Fechenheim-Nord oberhalb der Hanauer Landstraße in das Projekt einbezogen werden.

Aus der ersten Idee ist ein handfestes Vorhaben geworden. Gök hat Gleichgesinnte gefunden, die sich bereits zweimal im Nachbarschaftsbüro an der Leo-Gans-Straße ausgetauscht haben. Zum ersten Treffen kamen neun Leute, vornehmlich aus dem südlichen Fechenheim, darunter viele mit dem so genannten grünen Daumen, die sich so etwas schon länger gewünscht haben, wie die Initiatorin sagt.

Die beiden Fechenheimer Quartiersmanagerinnen sind von der gelebten Nachbarschaft begeistert. „Wir unterstützen es mit Freude, denn es passt genau in unser Programm“, sagt Leonore Vogt, die mit Nora David das Gespann bildet. „Der Sinn bei der Sache ist, dass die Bürger alles selbst planen und umsetzen.“

Ganz ohne städtische Hilfe funktioniert es aber nicht. Deshalb hat Vogt das Grünflächenamt kontaktiert. „Es hat die Idee sehr positiv aufgenommen“, berichtet sie. Vor allem bei der Standortfrage soll die Behörde unterstützend wirken. Auf drei bis vier Stellflächen möchte sich die Initiative „Essbares Fechenheim“ vorerst einigen – „je nachdem, wo die Kriterien am besten passen“, wie Gök sagt. Ist der Standort gut zugänglich? Akzeptieren die Anwohner die Beete? Wo kann der Grünschnitt entsorgt werden? Gibt es einen Wasseranschluss? Das sind nur einige der Fragen, die sich die Initiative stellt.

Bis zuletzt waren 13 Standorte in der engeren Auswahl. Etwa der Linneplatz im alten Ortskern, der eigentlich Burglehenplatz heißt. „Das ist der einzige größere Raum in Fechenheim, der nicht zugebaut ist“, sagt Gök. Oder der Platz vor der Kita 27 an der Straße Alt-Fechenheim. „Der ist immer noch ziemlich leer.“

Auch den sogenannten Aldi-Weg nahe des Supermarktes in der Ferdinand-Porsche-Straße, das „Kleedreieck“ am nördlichen Ende der Straße Alt-Fechenheim oder den Mainbogen könnten Hochbeete schmücken, findet die Initiative. Und das zeitnah: Bereits Mitte August sollen die Beete stehen, so der Plan. Gök hofft auf viele Mitstreiter.

Wer mitmachen möchte , kann Betül Gök kontaktieren. Das geht per Mail an: essbares.fechenheim@gmx.de

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