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Zu eng für zwei Busse

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Wollen keinen Bus in ihrer Straße und protestieren dagegen: einige Anwohner:innen der Kurhessenstraße.
Wollen keinen Bus in ihrer Straße und protestieren dagegen: einige Anwohner:innen der Kurhessenstraße. © Enrico Sauda

Die Anwohnerinnen und Anwohner der Kurhessenstraße sind sauer. Seit die verlängerte Buslinie 69 durch ihre Straße fährt, muss jedes Mal ein Fahrzeug auf den Gehweg ausweichen. Die VGF hat eine Lösung: Anstelle von Parkplätzen will sie eine Ausweichbucht einrichten.

Noch bevor der erste Bus der verlängerten Linie 69 Mitte Dezember durch die Kurhessenstraße rollte, protestierten die Anwohner:innen. Weil sie genau das befürchteten, was nun immer wieder eintritt. Und zwar den Moment, wenn sich zwei Busse begegnen, an Stellen, an denen am Straßenrand geparkt wird. Die Folge: eines der Fahrzeuge muss auf den Gehweg ausweichen.

Immer wieder komme es zu solchen Situationen, berichten die Anwohner:innen. Sie zweifeln die Notwendigkeit der Linie an. Viele der Busse, die seit dem Fahrplanwechsel im 30-Minuten-Takt vom Weißen Stein bis zum Markus-Krankenhaus fahren, seien „sehr dünn besetzt“.

Kritische Worte, die auch der Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) kennt. Einstimmig hat das e Stadtteilparlament deshalb eine Anregung von CDU, FDP und SPD angenommen, die fordert, auf der Strecke kleinere Busse einzusetzen. Mehrheitlich hat sich das Gremium zudem dafür ausgesprochen, ihnen nach sechs Monaten eine Bestandsaufnahme der Nutzung vorzulegen. Verlässliche Zahlen, sagt Klaus Linek, Sprecher der lokalen Nahverkehrsgeslleschaft Traffiq, werde es erst nach etwa einem Jahr geben. Bereits jetzt, also nach drei Monaten darüber zu berichten, wie die verlängerte Linie angenommen wird, sei schwierig. „Wir sind zufrieden“, sagt er nur.

Bucht statt Parkplätze

Rund zwei Drittel, der Fahrgäste, die bis zum Weißen Stein die Linie nutzten, seien auf der Verlängerung unterwegs. Allerdings, betont Linek, seien die Zahlen für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs seit Beginn der Corona-Pandemie „generell eingebrochen“. Das Problem mit den sich begegnenden Bussen und dem Ausweichen auf den Gehweg sei bekannt. Allerdings komme dies „relativ selten“ und meist „an einer Ecke“ vor, sagt er. Und zwar an der Einmündung zur Höllbergstraße, auf Höhe einer Grundstückseinfahrt. Die Lösung: „Zwei bis drei Parkplätze werden wegfallen und eine Art Bucht eingerichtet. Dort hinein kann der eine Busse dann bei einer Begegnung ausweichen“, erklärt Linek. Diese sei auch wichtig, um die Zuverlässigkeit, sprich Pünktlichkeit, der Busse zu garantieren. Weil das Fahren in eine Bucht freilich weniger Zeit koste als das Ausweichen auf den Gehweg.

Eine Maßnahme, über die die Anwohner:innen bereits von einem Nachbarn informiert wurden. „Erst haben wir den Bus bekommen und jetzt werden uns auch noch Parkplätze genommen. Das finden wir nicht gut“, sagen sie. Ebensowenig den Vorschlag des Ortsbeirates, kleinere Busse einzusetzen. Auch wenn „die Grundidee gut“ sei, wäre dies nur möglich, wenn der Bus am Weißen Stein getauscht werde. Denn bis dort, werde die Linie 69 „wirklich gut genutzt“. Das sei jedoch „völlig unrealisitisch“.

Das sieht Klaus Linek genauso. Zwar seien auf der Strecke schon einmal Midi-Busse eingesetzt worden. Das habe man jedoch schnell wieder verworfen, da die Kapazitäten für den Schülerverkehr schlichtweg nicht ausgereicht hätten. „Die Fahrgastzahlen auf dem älteren Abschnitt sind dafür deutlich zu hoch“, sagt er.

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