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Zu wenige Hortplätze

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Eltern in den nördlichen Stadtteilen fordern eine bessere Nachmittagsbetreuung. Allein an der Fried-Lübbecke-Schule in Eschersheim haben nur 128 von 172 Grundschülern einen Hortplatz. Dem Bildungsdezernat ist das Problem bekannt.

Für viele berufstätige Eltern in Frankfurt gestaltet sich die Suche nach einer Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder schwierig. Denn Personal und geeignete Räume sind knapp. Vermehrt treiben Sorgen um eine adäquate Betreuung ihrer Kinder auch Familien in Alt-Eschersheim um.

Seit vergangenem Jahr ist die dort ansässige Fried-Lübbecke-Grundschule erstmals dreizügig. Zusätzliche Hortplätze sind indes nicht entstanden. Eine neu gegründete Elterninitiative will sich jetzt für eine bessere Betreuungssituation vor Ort einsetzen.

Ob ihre Tochter zeitgleich mit ihrer Einschulung im Sommer einen Platz in einer Nachmittagseinrichtung erhalten wird, das weiß Anja Baierlein bisher nicht. Bald endet ihre Elternzeit. „Wenn wir bis dahin keinen Betreuungsplatz finden, stehen wir vor einem Dilemma“, sagt sie. Anderen Familien gehe es ähnlich. Sie kenne berufstätige Paare, die Au Pairs einstellen oder gar auf Kinderbetreuung am Nachmittag verzichten müssten, schildert die Mitbegründerin der Initiative.

Erste Ideen, wie man die Situation verbessern könnte, gibt es bereits. Etwa einen Schülerladen zu gründen, also einen selbst verwalteten Hort. Dafür passende Räumlichkeiten zu finden sei jedoch schwierig, so Baierlein. Das Elternbündnis hofft auf Unterstützung durch die zuständigen Institutionen und Ämter.

Dort ist das Problem bekannt. „Wir loten aktuell alle Möglichkeiten aus, um die Betreuungssituation in Eschersheim für das kommende Schuljahr zu verbessern“, sagt Nicole Möhrmann vom Bildungsdezernat. Auch Heidi Bachmayer, die ehrenamtliche Kinderbeauftragte des Stadtteils, hat ihre Hilfe angeboten. Wichtig sei die Erarbeitung einer nachhaltigen Lösung, denn das Quartier werde immer attraktiver für junge Familien mit Kindern, beobachtet Bachmayer.

Hoffen auf mehr Container

Vor dem Hintergrund des Einwohnerzuwachses werde man auch zukünftig dreizügig einschulen, sagt Michael Bock, Leiter der Fried-Lübbecke-Schule in der Straße Im Uhrig. Die Kapazitäten der umliegenden Betreuungseinrichtungen sind schon jetzt ausgelastet. Laut Bildungsdezernat haben im laufenden Jahr nur 128 von 172 Grundschülern einen Betreuungsplatz.

Das Problem betrifft auch andere Bildungseinrichtungen im Ortsbezirk. Regelmäßig führe sie Gespräche mit verzweifelten Eltern, die keinen Hortplatz für ihre Kinder bekämen, berichtet Silke Mühl. Die Leiterin der Heinrich-Seliger-Schule am Dornbusch warte aktuell auf das Ergebnis eines Prüfverfahrens des städtischen Bauamts. Bald, so hoffe sie, könne dann ein zweiter Container für die Nachmittagsbetreuung auf dem Schulgelände an der Mierendorffstraße aufgestellt werden. Das sei zwar auch nur eine provisorische Lösung, aber besser als nichts, findet die Rektorin.

Das Betreuungsthema in Eschersheim wird auch den Ortsbeirat 9 in seiner Sitzung kommenden Donnerstag beschäftigen. SPD, Grünen und BFF werden über Anfragen an den Magistrat abstimmen lassen. Darin wird die Stadt aufgefordert, ihre Pläne zur Schaffung neuer Betreuungsplätze den Stadtteilpolitikern offenzulegen.

Der Ortsbeirat 9tagt am Donnerstag, 28. März, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde Sta. Familia, Am Hochwehr 11, Großer Saal.

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