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Das Team des BSC 1974. Klaus Gerster steht hinten rechts. Aber finden Sie Andreas Möller? 

Eschersheim

Der Weltmeister vom Rosegger

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Der BSC Schwarz Weiß 19 wird 100 Jahre alt und feiert mit Eintracht- Altstars

Dieser Tage hat Andreas Möller einen Anruf von Clemens Appel erhalten, dem Teammanager der Eintracht-Traditionsmannschaft. Ob denn in der Kabine auch Massagebänke stünden? Möller hat gelacht, eine Massagebank in der Umkleide des Ballspielclubs (BSC) Schwarz-Weiß? Manchmal wären die Spieler froh, wenn sie genügend Platz für ihre Sporttaschen hätten.

Andreas Möller kennt die Räume des Clubs vom Rosegger-Sportplatz gut, Möller, der Welt- und Europameister, der alles gewonnen hat, was es als Profi zu gewinnen gibt, mit Borussia Dortmund, Juventus Turin, Schalke 04 Schalen und Trophäen, mit Eintracht Frankfurt die zweifelhafte Ehre, 1992 in Rostock die Meisterschaft vergeigt zu haben, dieser Andreas Möller hat beim BSC an der Eschersheimer Landstraße mit dem Fußballspielen begonnen. 1984 kam er aus Sossenheim zum kleinen Stadtteilklub, in der E-Jugend, er kickte sieben Jahre dort auf Asche, jedes Wochenende blutige Knie, ehe er zur Eintracht wechselte und Karriere machte.

Am kommenden Mittwoch, 22. Mai, ab 18.30 Uhr, wird er wieder in die Kabinen kommen und seine Fußballschuhe schnüren. Er wird an der Seite von Eintracht-Altstars wie Körbel, Binz, Bindewald, Bommer, Borchers, Schur, Skela, Komljenovic, Wiedener oder Zampach gegen eine Auswahl des BSC spielen.

Der mittlerweile 322 Mitglieder starke Klub, einst für gute Jugendarbeit bekannt, feiert seinen 100. Geburtstag, und da lässt sich der Andi nicht lumpen. Mit gut 300 Besuchern rechnet Klaus Gerster, aktive und ehemalige BSC-Recken werden in Eschersheim vorbei schauen.

Klaus Gerster ist auch so ein Name, untrennbar mit der Geschichte des Clubs verbunden. Der ehemalige Manager von Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund, FSV Frankfurt und Kickers Offenbach kickte in der Ersten, die nie höher spielte als in der A-Klasse, und Andi stand hinter dem Tor und klaubte die vorbeigeschossenen Bälle auf. Gerster war es, der den Andi als Knirps trainierte, er war es, der ihn zur Eintracht brachte, dort mit ihm A-Jugend-Meister wurde, ehe er die Karriere weiter als Berater steuerte. Noch heute lassen sich beide regelmäßig am Rosegger blicken. „Es war eine prägende Zeit“, sagt Möller, der Weltmeister aus der Asche.

Der BSC, der vor 100 Jahren am 14. März 1919 im Frankfurter Westend gegründet wurde, der sich in den 1920er-Jahren das Areal in Eschersheim mit Eintracht Frankfurt hat teilen müssen und der 1965 mit Schwarz Weiß fusionierte, ist ein typischer Amateurfußballklub, mit gewachsener Mitgliederstruktur.

Gerster gehört dem Klub bald 50 Jahre an, bereits sein Vater, der einst das Café Gerster im Nordend betrieb, drückte dem Klub seinen Stempel auf, als Trainer, Spielausschussvorsitzender, oft auch als Mäzen. Maximilian Büge, aktuell Vereinsboss, der zur gleichen Zeit auch Trainer der Ersten und Spieler war, ist der Neffe von Klaus Gerster. Auch die Möllers prägten den BSC: Andi kickte, Vater Volker trainierte Jugendmannschaften und Mutter Lisa bewirtschaftete die liebevoll „Hütte“ genannte Vereinsgaststätte. Am Mittwoch kehren sie alle zurück.

Tickets(10 Euro), inklusive RMV, für das Spiel sind unter www.adticket.de/ BSC-Schwarz-Weiss-1919-Frankfurt online erhältlich.

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