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Für ihre Gespräche muss sich die Planungsgruppe vorerst noch in andere Räume zurückziehen, das Bahnhofsgebäude ist geschlossen.

Eschersheim

Treffpunkt für alle

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Eine Bürgerinitiative will im alten Bahnhofsgebäude einen benötigten Versammlungsort einrichten.

Den Bürgern in Eschersheim fehlt ein Ort für gemeinsame Begegnungen in ihrem Stadtteil. Größere Räume zum Anmieten gibt es in dem Quartier nicht. Auch das gastronomische Angebot für die rund 15 000 Anwohner im Viertel ist rar. „Wir wünschen uns einen Ort für nachbarschaftliches Zusammensein“, sagt Katharina Damianov. Gemeinsam mit etwa 15 weiteren Eschersheimern hat sie vor wenigen Monaten eine Bürgerinitiative gegründet, damit aus dem Wunsch Realität wird. Sie wollen einen festen Bürgertreff für alle Nachbarn im Quartier etablieren. Kulturschaffende sollten den Treff für Ausstellungen oder Konzerte nutzen können. Zudem soll es ein Raum geben, in dem junge und ältere Anwohner in den gemeinsamen Dialog treten könnten, erklärt die Sprecherin des Bündnisses.

An Bedarf seitens der Bürger mangele es nicht, sagt Mitbegründerin Esmeralda Lehmann. Lokale Vereine und Initiativen etwa, wie das Urban Gardening-Projekt „Tortuga Eschersheim“, seien auf der Suche nach geeigneten Lokalitäten für ihre Treffen.

Aktuell bleibe nur die Möglichkeit, auf Sportheime, Bibliotheken oder Privaträume in der Umgebung auszuweichen, sagt Georg Poppke von der Initiative „L(i)ebenswertes Eschersheim“. Neben ihm haben sich auch Vertreter weiterer Stadtteilprojekte der neuen Bürgerinitiative angeschlossen. „Mir ist es wichtig, dass es endlich eine Anlaufstelle für Senioren im Quartier gibt“, sagt Karin Puck vom „Netzwerk Neue Nachbarschaft“. Auch junge Menschen könnten von einem zentral gelegenen Stadtteiltreff profitieren.

Eine Idee, wo ein solcher Ort entstehen könnte, hat die Gruppe bereits: Das alte Bahnhofsgebäude in Eschersheim, das als solches schon länger ausgedient hat. Der Standort sei für alle Anwohner gut zu erreichen und biete mit mehreren Räumen ausreichend Platz für diverse Aktivitäten, sagt Katharina Damianov. Außerdem trage das historische Gebäude zur Identitätsstiftung im Quartier bei. Auch das sei ein guter Grund für die Initiatorin, eine sinnstiftende Nutzungsperspektive für das Objekt zu erarbeiten.

Noch wird das Gebäude samt umliegenden Flächen allerdings von der DB Netz AG als Baubüro für den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Friedberg und Frankfurt genutzt. Über die Weiternutzung des Grundstücks und einen möglichen Verkauf an die Stadt Frankfurt nach Ende der Bauarbeiten im Jahr 2023 sei noch nicht entschieden, wie ein Sprecher der Bahn mitteilt.

Ausschlaggebend für die zukünftige Nutzung des teils maroden Gebäudes würden wohl auch die Kosten sein, die durch eine notwendige Sanierung entstehen würden, sagt CDU-Ortsvorsteher Friedrich Hesse. Bereits im Sommer 2017 besichtigte er gemeinsam mit weiteren Stadtteilpolitikern das Gelände und die Bahnhofsräume. Zuvor habe die Deutsche Bahn gegenüber dem Ortsbeirat eine mögliche Verwendung des Areals für einen Bürgertreff ins Gespräch gebracht, so Hesse. In mehreren von der SPD eingebrachten Anträgen forderte das Gremium den Magistrat im vergangenen Jahr dazu auf, zur Sanierungsfähigkeit des Gebäudes sowie einer möglichen Finanzierung Stellung zu nehmen. Dies sei aber im Sand verlaufen, wie Donna Ochs von der SPD sagt.

Das neu gegründete Bündnis will nun einen neuen Anlauf starten. „Das alte Bahnhofsgebäude ist nach wie vor die beste Option für uns“, sagt Karin Puck. Man hoffe auf die Unterstützung des Ortsbeirats und der Stadt Frankfurt. Bis dahin arbeite man weiter daran, größere Teile der Öffentlichkeit für das Projekt zu gewinnen, so Puck. Für den Spätsommer etwa sei eine Bürgerversammlung in Eschersheim geplant. Katharina Damianov zeigt sich optimistisch: „Alle Eschersheimer, denen wir von unserem Vorhaben erzählen, sind begeistert von der Idee.“

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