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Sommerfest am Wasserturm

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Von: Gernot Gottwals

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Großer Andrang auf den Turm.
Großer Andrang auf den Turm. © Rüffer

Viele wollen den Wasserturm, ein Wahrzeichen von Eschersheim, beim Sommerfest einmal von innen sehen.

Am frühen Abend wird die Schlange vor dem Wasserturm immer länger. „Viele Jahre habe ich hier gewohnt und auf diesem Turm geschaut, nun kann ich ihn mit meiner Familie endlich besichtigen“, freut sich Anna Lauer, die gleich mit ihrer neunköpfigen Familie und Verwandtschaft gekommen ist. „Denn irgendwie hat dieses leicht verwunschene Gemäuer meine Fantasie immer beflügelt.“

Wenige Minuten später gewährt Kuwe Fritz vom Projekt „Tortuga Eschersheim Gemeinschaftsgarten am Wasserturm“ Einlass und sorgt erst einmal für Staunen, denn im Inneren des Turms grüßen keine Geringeren als die Heiligen Väter der jüngeren Zeitgeschichte mit ihren Wandporträts. Hier tagt die Katholische Deutsche Studentenverbindung Moeno-Franconia, zusammen mit Tortuga Gastgeber beim gemeinsamen Nachbarschaftsfest unter dem Motto „Summer Time“.

Die Festlichkeiten, zu denen die Partner im Frühling, Sommer und Herbst einladen, kommen dem Wunsch vieler Eschersheimer:innen und der „Bürgerinitiative Wasserturm“ entgegen, das Gelände um den Turm und den benachbarten Gemeinschaftsgarten stärker in das Quartier um die Allendorfer Straße einzubinden.

Über den Innenhof wehen derweil aromatische Gemüse-, Fleisch- und vor allem intensive Kaffeedüfte aus der Jabana, wie man die traditionelle Kaffeekanne in Eritrea und Äthiopien nennt.

„So eine Kaffeezeremonie kann bei uns bis zu einer Stunde dauern“, dämpft ein schmunzelnder älterer Herr allzu ungeduldige Erwartungen. So lange dauert es freilich nicht, doch das ausgiebige Rösten der frischen Bohnen, Wasserkochen, ständige Hin- und Hergießen will Weile haben und bleibt für rastlose Besucher:innen schneller Espresso-Bars wohl ein Geheimnis. Ebenso wie die leckeren Gewürzmischungen der pikanten Fleisch- und Gemüsesoßen, die die Eritreerinnen Tsehainesh Tesfaldet und Azeb Zemuey zum Fladenbrot Injera servieren.

Viel Ruhe und Zeit braucht auch Boris Bornheim, der sich im Repair Café gerade einen Radiorecorder vorgenommen hat. Mit feinem Händchen macht sich der frühere technische Koordinator bei Hewlett Packard, der zuvor schon das ein oder andere Fahrrad versorgt hat, ans Werk- und bald darauf spielt tatsächlich wieder die Musik.

Wer gerade nicht mit Essen und Trinken beschäftigt ist, vergnügt sich nebenan auf der Kleider-Tauschparty: „Ein paar Kleider habe ich mitgebracht, dafür habe ich ein paar schöne Röcke bekommen“, freut sich Helena mit ihrer Tochter Florentina (3).

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