1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Eschersheim

Pavillon fürs Idyll in Eschersheim

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sonja Thelen

Kommentare

Ute Posenenske hat den Garten vor drei Jahren übernommen.
Ute Posenenske hat den Garten vor drei Jahren übernommen. © christoph boeckheler*

Ute Posenenske betreibt seit drei Jahren den Chamissogarten. Nun will sie ihn erweitern.

Der immergrüne Bambus reckt sich die Höhe und gibt dahinter den Blick frei auf ein zauberhaftes Idyll inmitten der Wohnsiedlung: den Chamissogarten, benannt nach der gleichnamigen Straße in Eschersheim unweit der Hügel- und Kurhessenstraße.

Eine Fläche von 2500 Quadratmetern hat Ute Posenenske von der von ihr ins Leben gerufenen gemeinnützigen „Initiative für Mensch & Natur“ mit rund 40 Ehrenamtlichen in den vergangenen drei Jahren angelegt. Im Moment befindet sich der Chamissogarten in einer Art Winterschlaf: Zum einen legt die Natur ihre regenerative Vegetationspause ein. Zum anderen liegt es einfach an Corona und den damit verbundenen Beschränkungen. So musste zum Jahresende zum Beispiel erneut der Weihnachtsbasar abgesagt werden, der bei seiner Premiere 2019 fast 1000 Gäste anlockte. Und zum dritten fehlt es in dem verwunschenen Paradies an einem warmen Ort, wo es sich in der kalten Jahreszeit treffen und arbeiten lässt, erklärt die Heil- und Bienenpädagogin.

Sie hatte vor drei Jahren über ihr Imker-Netzwerk gehört, dass das bisherige Betreiber-Ehepaar der Eschersheimer Gärtnerei in den Ruhestand gehen wollte. Da erkannte sie für sich die Chance, eine lang gehegte Idee zu realisieren: Sie möchte einen inklusiven Ort des Lehrens und Lernens schaffen, an dem sich Menschen unterschiedlichen Alters, mit und ohne Behinderung, begegnen und austauschen, gemeinsam gärtnern und imkern können. Die ehemalige Gärtnerei an der Chamissostraße 38 ist dafür noch immer der ideale Ort.

Die früheren Betreiber nutzen noch einen kleinen Teil der Fläche und ein über und über mit Efeu überwuchertes Häuschen. Die Fläche selbst gehört der Stadt. Von ihr hat Ute Posenenske den Garten gepachtet. „In Eschersheim existierten früher unzählige Gärtnereien“, erzählt sie beim Gang durch die winterliche Oase. Zum Teil trennen Backsteinmauer die Bereiche. Entlang der mit schönen Steinen gepflasterten Wege finden sich „Naschhecken“, an deren Früchte sich Besucher:innen im Sommer gütlich tun können, Hochbeete, die auch mit dem Rollstuhl unterfahrbar sind, sowie niedrige, an denen Kinder Pflanzen einsetzen und pflegen können. Im hinteren Teil ist eine natürliche Erhöhung, die sich als Bühne eignet.

Derweil entstand neben dem Bambus in diesem Sommer eine provisorische Holzbühne für Theatervorstellungen und Lesungen, um auf der Wiese davor im Publikum die Abstände wahren zu können. Weitere Blickfänger sind die gläsernen Gewächshäuser: Das eine dient als Lager für Klappstühle und weiteres Material für die Open-Air-Veranstaltungen, im anderen ist die Anzucht untergebracht.

Ute Posenenske hat noch viele Pläne mit dem Chamissogarten. „Doch das muss jetzt professionalisiert werden“, betont die 52-Jährige. Sie selbst arbeitet wöchentlich bis zu 60 Stunden ehrenamtlich für die Initiative. Rechtlich ist das Projekt eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft (UG), die künftig von mehreren Personen neben ihr selbst getragen werden soll. So soll es gelingen, längerfristige Förderungen und Spenden zu erhalten, um so die Finanzierung des Gartens auf eine stabile Grundlage zu stellen. Durch Fördermittel und Zuschüsse möchte sie auch einen zirka 60 Quadratmeter großen Pavillon finanzieren.

Auch interessant

Kommentare