Frankfurt-Nord

Mängelliste für Ausbau der Main-Weser-Bahn

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Aktionsbündnis Bahnane kritisiert Bahn. Die geplante Maßnahme gegen Erschütterungen ist nach Ansicht der Initiative unwirksam.

Mut haben sich am Sonntag Anwohner zugesprochen, die den vierspurigen Bahnausbau zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel kritisieren. Zur Mitgliederversammlung und Infoveranstaltung hatte das „Aktionsbündnisses Bahnane“ in die Turnhalle des TV Eschersheim eingeladen. Rund 120 Interessierte waren gekommen.

Die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Andrea Volkwein, sagte: „Es ist noch nicht zu spät, den absolut unsinnigen Bahnausbau zu verhindern“. Und weiter: „Wir haben noch nicht alle Rechtswege verwirkt.“ Ihrer Ansicht nach wolle die Bahn nicht den öffentlichen Personennahverkehr stärken. Vielmehr baue sie die Strecke aus, um dort mehr Güterzüge fahren lassen zu können. Das Unternehmen habe „tief in die Trickkiste gegriffen“, um Geld für den Ausbau von Bund, Land und Kommunen akquirieren zu können. Nur durch die Deklaration als ÖPNV-Projekt sei das möglich gewesen.

Mitglieder des Bündnisses hätten immer wieder Mängel bei der Planung festgestellt. Michael Hub berichtete, dass die Bahn falsche Zahlen zur Berechnung des Lärmschutzes – die täglichen Güterzüge betreffend – angeführt habe. Aktuell führen täglich 25 Güterzüge. Die Bahn habe ihren Berechnungen jedoch 61 zugrunde gelegt. Durch die künftig steigenden Zahlen würde dementsprechend von einer geringeren Lärmbelastung ausgegangen, weil die Differenz bedeutend geringer sei, als bei der tatsächlichen Zahl.

Des Weiteren ging Hub auf den sogenannten „Erschütterungsschutz“ ein. Nachdem drei Anwohner aus Eschersheim geklagt hatten, hatte das Unternehmen im Verlauf der mündlichen Verhandlung den Einbau von „besohlten Schwellen in die Fernbahngleise in einem fest definierten Abschnitt der Ortslage Frankfurt-Eschersheim“ zugesagt. Dieser Abschnitt soll sich zwischen der Autobahn 661 im Norden und der Niedwiesenstraße im Süden befinden. Durch den Einbau der besohlten Schwellen werde die Übertragung von Erschütterungen in den Untergrund und damit auch in benachbarte Objekte vermindert.

Unwirksame Maßnahme

Hub sagte, dass dies „die billigste und eine völlig unwirksame Maßnahme“ sei. Bei den Schwellen handele es sich um „kleine Gummimatten“, die letztlich zu einer „vermehrten Lärmerhöhung“ führten. Außerdem würden die Matten ausschließlich auf 50 bis 60 Metern Länge installiert: Dort, wo die drei Kläger aus Eschersheim wohnten und auf der restlichen Strecke des etwa zwölf Kilometer langen Abschnitts werde kein besonderer Erschütterungsschutz angebracht.

Susanne Nordbruch vom Bahnane-Aktionsbündnis zählte weitere Mängel auf. Zum einen seien Sicherheitsabstände bei den neuen Gleisen nicht einkalkuliert worden. Zum anderen sei unklar, wo die Strommasten für den neuen Abschnitt der Trasse stehen sollten. „Nach einem neuen Plan würde ein Mast mitten auf unserem Grundstück stehen“, sagte die Anwohnerin und sorgte damit für ein Raunen einiger Zuhörer in der großen Halle.

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