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Klaus Funk, Ortsbeirat und Sprecher mehrerer Bürgerinitiativen.

Nachruf

Eschersheim: Ehemaliger Ortsbeirat Klaus Funk gestorben

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Klaus Funk ist Artenschützer, Netzwerker und Kunstfreund gewesen. Am Donnerstag, 28. März, wird der Eschersheimer beerdigt.

Das Grundstück neben dem Billig-Markt am Weißen Stein gilt manchem als heimliches Zentrum des Stadtteils. 2008 haben Klaus und Christa Funk sich ein Glockenspiel an die Fassade bauen lassen. Seither läutet es dreimal am Tag Volkslieder aus aller Welt. Nun klingen die Glocken allerdings trist. Nach langer Krankheit ist Klaus Funk am Dienstag verstorben. Die Trauerfeier ist am Donnerstag, 28. März, um 9.45 Uhr auf dem Eschersheimer Friedhof.

Familie Funk ist seit Generationen im Stadtteil beheimatet. Der gelernte Kaufmann war einer, der angepackt hat, der Spuren hinterlassen hat. Er habe sich eine Aufwertung des Platzes gewünscht, sagte er über sein Glockenspiel, das er aus eigener Tasche bezahlt hat. Funk hat sich auch dafür eingesetzt, dass der Brunnen auf dem Weißen-Stein-Platz seine Herkules-Figur wieder bekommt. Die 43 000 Euro dafür hat allerdings der Ortsbeirat 9 gezahlt, dort hat sich Funk mehr als zehn Jahre lang für die FDP engagiert.

Ende 2017 hat er sein Mandat niedergelegt. Da war Funk mit 82 Jahren das älteste aktive Mitglied im Gremium. „Er war unser Mann in Eschersheim“, erinnert sich Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU). Funk sei gut vernetzt gewesen, lobt Hesse. Mehr noch: „Er kannte alles und jeden und konnte zu jedem Platz eine Geschichte erzählen.“

Funk habe mehr als ein politisches Verhältnis zu den anderen Fraktionen gepflegt, hat die Kollegen auch mal zu sich eingeladen. Dann sind sie in die Bar im Keller gegangen. „Dort hängt alles voll mit Eschersheimer Motiven“, berichtet Hesse.

Über den Herkules-Künstler Roman Krasnitzky ist Funk an seine Affen gekommen. Noch so ein Hingucker im Stadtteil. 2009 hat er den Menschenaffen Schimi in seinem Vorgarten aufgestellt. 2014 kamen Gorro und Utana dazu. Mit den Figuren wollte Funk auf das Artensterben aufmerksam machen und dazu animieren, sich für den Schutz der Affen einzusetzen. „Weckrufe sind dringend nötig, auch wenn es nur kleine sind“, sagte er damals.

Den Kampf gegen große Gegner hat Funk nie gescheut. Lange hat er dafür gestritten, die U-Bahnstrecke der Linien 1, 2, 3 und 8 von der Eschersheimer Landstraße weg unter Tage zu verlegen. Seit 2001 hat sich Funk als Sprecher der Bürgerinitiativen „2statt4“ und „Verein zum Schutze des Niddatals und seiner Bürger“ gegen den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Strecke gewehrt.

Die Natur in den Niddawiesen und die Menschen in Eschersheim würden immens unter dem Ausbau leiden, hat er argumentiert. Mit einer kleinen Gruppe von Bürgern – nur mit Spenden finanziert – ist er gegen den Deutsche-Bahn-Riesen und ein Heer von Gutachtern und Anwälten ins Feld gezogen.

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