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Radfahren macht nicht überall auf der Eschersheimer Landstraße Spaß.

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Frankfurt: Radweg weiter mit Lücken

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Die Mehrheit im Ortsbeirat 9 will die Strecke auf der Eschersheimer Landstraße nicht ausbauen.

Der Ortsbeirat 9 hat sich vorerst nicht für einen Lückenschluss des Radwegenetzes auf der Eschersheimer Landstraße ausgesprochen. Mit den Stimmen der FDP konnten sich die Fraktionen von CDU und BFF mit einem entsprechenden Antrag in der Ortsbeiratssitzung am Donnerstag durchsetzen.

Betroffen wären die Streckenabschnitte zwischen Hügelstraße und Am Grünhof stadteinwärts sowie zwischen Humserstraße und Hügelstraße stadtauswärts. Dort gibt es bislang keine ausgebauten Fahrradwege. Durch eine Weiterführung der Fahrradroute, so die Argumentation der Fraktionen, käme es auf den Abschnitten zu einem Einzug einer der beiden Autospuren.

Die Politiker befürchten dadurch ein erhöhtes Stauaufkommen auf der ohnehin schon stark frequentierten Straße sowie eine erhebliche Einschränkung des Autoverkehrs. Dem Antrag folgend fordert das Gremium nun stattdessen den Magistrat auf, Wege für Radfahrer auf den Parallelstraßen zur Eschersheimer besser auszuschildern. Nach Ansicht von CDU und BFF nimmt es nicht wesentlich mehr Zeit in Anspruch, Alternativrouten in den Seitenstraßen zu nutzen, als den Weg über die Eschersheimer Landstraße.

Das Thema sorgte in der Sitzung des Stadtteilgremiums für hitzige Debatten. Mehrmals sah sich Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) dazu angehalten, während der Bürgerfragestunde Redner zur Contenance aufzurufen. Mitunter aufgebracht reagierten Anwohner auf die Positionen von CDU und BFF. Die Zeiten des Autos seien vorbei, sagte der Eschersheimer und Mediziner Matthäus Müller. Der Argumentation von Fraktionsmitglied Thomas Budenz (BFF), man dürfe den Autoverkehr nicht gänzlich aus der Stadt verbannen, entgegnete Müller: „Das ist so was von gestrig. Ich kann das nicht verstehen.“

Einschränkungen vertretbar

Unterstützung bekam Müller von seinem Kollegen und Initiator der Bürgerinitiative Radentscheid Frankfurt, Norbert Szep. Alle, ob Kinder oder Senioren, sollten die Möglichkeit haben, mit dem Fahrrad auf kürzestmöglicher Strecke ihr Ziel in Frankfurt zu erreichen, so Szep. Insbesondere für Kinder sei es momentan zu gefährlich, auf der Eschersheimer Landstraße mit dem Fahrrad zu fahren. Und: „Wir wollen nicht wieder sieben tote Fahrradfahrer in Frankfurt“, sagte Szep mit Bezug auf die Unfallstatistik des vergangenen Jahres. Auch Elina Josiger zeigte sich besorgt. „Ich schicke meinen achtjährigen Sohn mit seinem Fahrrad über Umwege, weil ich Angst habe, ihm könne bei der unübersichtlichen Verkehrsführung etwas zustoßen“, so die Anwohnerin.

Das Wegenetz für Radfahrer zu vervollständigen, sei „nicht einfach eine spinnerte Idee“, sagte Wendel Burkhardt von den Grünen. Man sei mit Vertretern des ADAC vor Ort gewesen, habe bereits mit dem Verkehrsdezernat gesprochen. Vorliegende Zahlen zur Verkehrslage wiesen darauf hin, dass eine Einschränkung des Autoverkehrs zugunsten der Zweiradfahrer machbar wäre. „Dass das Auto nicht mehr das allein seligmachende Verkehrsmittel ist, sollten mit Blick auf die Klimadiskussion mittlerweile eigentlich alle verstanden haben“, so der Grünen-Politiker.

Erst letztes Jahr wurden Bauarbeiten auf der Eschersheimer Landstraße fertiggestellt. Dabei wurde der nördliche Straßenabschnitt um eine Autospur verkleinert und erhielt dafür ausgebaute Fahrradwege.

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