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Beim deutsch-französischen Tag an der Ziehenschule haben die Schüler auch eine Fußball-EM ausgetragen.

Freunde mit Fremdsprache

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Schüler der Ziehen- und der Liebigschule treffen Eleven des Lycée Français zum Austausch

Das Monster Gabawab spricht nur deutsch und lebt erst seit kurzem auf einem fernen Planeten, der von französisch sprechende Tieren bewohnt ist“, erklärt Dalila. Sie bildet mit Hannah vom Lycée Français Victor-Hugo und Waltraut von der Liebigschule ein Team. 

Die drei Zwölfjährigen schreiben den Text für zwei Szenen und malen das Monster je nach Stimmungslage gelb, blau, grün oder rot aus. Aus den Szenen der insgesamt zehn Gruppen entsteht eine deutsch-französische Bildergeschichte vom Fremdsein und Sprachprobleme haben, die als Erzähltheater bei der Abschlussveranstaltung vorgeführt wird. 

Seit einigen Jahren organisieren die Ziehenschule, die Liebigschule und das Lycée Français gemeinschaftliche Workshops für die Sechstklässler zum deutsch-französischen Freundschaftstag.

Gastgeberin ist jedes Jahr eine andere der drei Schulen. Die Ziehenschule bietet Französisch als erste Fremdsprache an und ab der 7. Klasse bilingualen Unterricht in verschiedenen Fächern. „An unserer Schule kann man das deutsche und das französische Abitur machen“, sagt Schulleiterin Christiane Rogler. Ungefähr zwanzig Schüler pro Jahr nutzen dieses Angebot und nehmen den doppelten Abi-Stress auf sich.

Zur 16. Auflage des Zusammentreffens gibt es drei Ateliers: Das Chorprojekt studiert ein deutsch-französisches Musikstück ein, um es bei der Abschlussveranstaltung aufzuführen. Beim Fußball-EM-Turnier tragen die Schüler – Mädchen haben sich nicht angemeldet – in aus allen Schulen zusammen gestellten Teams eine Mini-EM aus und im Kunstatelier entsteht eine bebilderte Geschichte zum Thema „Mein Nachbar“. 

Aufgeführt wird sie in der Tradition des japanischen Erzähltheaters (Kamishibai). Dabei werden in einem aufgestellten Holzrahmen Bilder gezeigt und der dazugehörige Text vorgelesen. „Das ist wie Bilderbücher anschauen, nur für ein größeres Publikum“, erklärt Workshopleiterin Frederique Groulard. Sie hat die Idee von einer Japanreise mitgebracht. 

Eine spezielle Vorbereitung auf den Aktionstag hat in den sechsten Klassen nicht stattgefunden. „Die freundschaftliche Verbindung zum Nachbarland wird den Schülern, neben der Sprache, bereits durch das Lehrwerk im Französischunterricht vermittelt“, erläutert Französischlehrerin Alice Genty-Beckers. Sie hat mit ihrer Kollegin Melina Zorbach das Angebot organisiert. 

In den drei Workshops, so die Idee, lernen sich die Schüler in gemischten Teams bei Sport, Singen und kreativem Gestalten näher kennen und können sich austauschen: auch das bilingual. Während die Sechstklässler im warmen Schulgebäude den Deutsch-Französischen Tag begehen, ist die Oberstufe der Ziehenschule auf Einladung des Institut Français in der Frankfurter Innenstadt auf Schnitzeljagd. Wie französisch ist die Altstadt?, das sollen sie herausfinden. Also: Wie hat Victor Hugo das rote Haus beschrieben? Wo wurde Voltaire festgehalten? Und in welchem Restaurant hat Präsident Emmanuel Macron Grüne Soße gegessen?

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