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Tessun setzte von Anfang an auf Kundennähe.

Eschersheim

Elektro Eschersheim schließt

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Inhaber Thomas Tessun kann den Betrieb wegen Personalmangels nicht halten.

Das Fachgeschäft Elektro Eschersheim wird zum 31. Juli schließen. „Ich gebe den Laden nur schweren Herzens auf“, sagt Inhaber Thomas Tessun. Nicht ein Mangel an Aufträgen, sondern die zu hohe Arbeitsbelastung für das Team sei der Grund für das Aus des Geschäfts an der Eschersheimer Landstraße 312. Von ursprünglich sieben Mitarbeitern sei das Team auf mittlerweile vier Angestellte geschrumpft. „Wir hatten einfach zu viel Pech“, erklärt der gelernte Radio- und Fernsehtechniker. Ob Krankheit oder Überlastung von Mitarbeitern, das Team habe in den letzten Jahren einige „Schicksalsschläge“ verkraften müssen. Neue Fachkräfte zu finden habe sich als äußerst schwierig dargestellt. Nun sei auch der Geschäftsführer mit seiner Kraft am Ende.

So richtig geplant war die Eröffnung von Elektro Eschersheim nicht. Nur durch Zufall habe Tessun damals von der Nachfolgersuche des Traditions-Elektrogeschäfts „Bischoff & Linke“ an der Eschersheimer Landstraße 541 erfahren. Dessen Inhaber Richard Linke hatte das Unternehmen seit 1964 geführt und für 2013 seinen Ruhestandsantritt geplant. Tessun ließ sich von der Idee der Geschäftsübernahme überzeugen. Die scheiterte am Ende jedoch, weil die Hauseigentümerin den Mietvertrag für das Ladenlokal nicht verlängerte. Doch da waren die Pläne Tessuns, der zuvor eine eigene Videoproduktion hatte, schon in vollem Gange. Also beschloss er in der Nähe ein neues Geschäft zu etablieren.

Auf Kundennähe gesetzt

Ganz in der Tradition von „Bischoff & Linke“ habe Tessun von Anfang an auf Kundennähe gesetzt. Spezialisiert auf Klein- und Kleinstaufträge hat das inhabergeführte Unternehmen vornehmlich Aufträge ausgeführt, die viele große Firmen heutzutage aus Gründen mangelnder Wirtschaftlichkeit nicht mehr annehmen. Glühbirnen wechseln habe genauso dazu gezählt wie kleine Reparaturen am Haus oder die Instandsetzung von Elektrogeräten, erzählt Tessun. „Wir konnten uns vor Aufträgen kaum retten“, sagt der Elektrofachmann. Eine 50 bis 60-Stundenwoche sei für ihn die Regel.

„Für den Stadtteil Eschersheim sind das keine guten Nachrichten“, sagt Ortsvorsteher Friedrich Hesse. Handwerksaufträge zu bekommen würde immer schwieriger werden. Und auch für den Abschnitt der Eschersheimer Landstraße, auf dem sowieso schon eine hohe Fluktuation von Geschäftsbetreibern herrsche, sei der Wegfall der Elektrofirma ein großer Verlust. Die schwierige Lage des Straßenzugs nördlich der Station Dornbusch kennt auch Anita Schwarz. Geschäfte stünden dort öfter leer, so die Vorsitzende des Gewerberings Dornbusch. In ihrem Pelzgeschäft weiter südlich auf der Eschersheimer hätten Kunden schon ihr Bedauern über das Ende des Elektrohandels bekundet.

Schon ab nächster Woche wird Tessun seine Geschäftsöffnungszeiten auf die Tage Montag, Mittwoch und Freitag beschränken. Einen kleinen Lichtblick für seine Kunden gibt es dennoch. Neben seiner neuen Arbeit als Angestellter plant Tessun, auch weiterhin in begrenztem Rahmen kleinere Aufträge entgegenzunehmen.

Das Geschäftist auch unter der Nummer 52 28 83 zu erreichen.

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