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Am 11. November beginnen die Arbeiten am Bahnhof Eschersheim.

Eschersheim

Eschersheim: Mehr Schutz für Anwohner beim Ausbau der S6

Bald geht es los mit dem Ausbau der S6. Laut Planern der Netzdienste Rhein-Main sollen sich die Beeinträchtigungen für die Anwohner in Grenzen halten. Die sind trotzdem beunruhigt.

Der Ausbau der Main-Weser-Strecke auf vier Gleise wird von vielen Seiten kritisiert: Fehlende oder falsche Informationen von der Deutschen Bahn, Zerstörung von Naturschutzarealen, Beeinträchtigung von Wohngebieten – und auch Mainova und die Netzdienste Rhein-Main (NRM) müssen Umbauten durchführen, um den Bereich für die zusätzlichen Gleise freizulegen. Jan Timothy Moulden von den NRM stellte die Planungen in der Sitzung des Ortsbeirats 9 am Donnerstag vor, während viele Anwesende ihren Unmut über den Ausbau kundtaten.

Moulden spricht von „verschiedenen Trassenkonflikten“, die sich an einigen Stellen im Stadtgebiet ergeben würden, da die S6 an 15 potentiellen Konfliktpunkten Strom- und Gasleitungen kreuze. Die Bauarbeiten am Bahnhof Eschersheim beginnen am 11. November und würden sechs Monate andauern, die Strom- und Gasversorgung werde durchgehend aufrecht erhalten. Der NRM-Vertreter äußert Verständnis, dass die Umbauten „ein heißes Thema für Anwohner hier“ seien, versprach jedoch, dass an keinem Tag mehr als 10 bis 15 Transporte ankommen werden. Auf den drei geplanten Baugruben der NRM rund um den Bahnhof Eschersheim im Gebiet von Maybachstraße, -brücke, Thielenstraße und Am Weißen Stein würden keine großräumigen Erdarbeiten durchgeführt. Die Zulieferung des Rewe-Getränkemarktes werde gewährleistet und die Tiefgarage des AGB-Wohngebäudes sei jederzeit verfügbar.

Problematisch werde, den barrierefreien Zugang zum Bahnsteig in Richtung Frankfurt West aufrechtzuerhalten, nach einer Alternative werde gesucht. Als die Frage nach dem Übergang Lachweg aufkommt, sagt Moulden: „Wir warten – wie die meisten hier – auf klare Informationen von der DB.“ Auch Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) betont, dass „schon seit Jahren“ auf die Infos zum Bahnübergang 102 gewartet werde. Er will Verkehrsdezernent Klaus Oesterling in die nächste Sitzung einladen.

Als sich eine Anwohnerin besorgt darüber äußert, dass Schwerlaster Schäden an den alten Häusern in der Zehnmorgenstraße bewirken könnten, verspricht Moulden, dass „die Fahrer sensibilisiert werden“. NRM werde mit den Anwohnern vor Ort kommunizieren und Infozettel mit Telefonnummern verteilen. Auch der Zugverkehr werde nicht beeinträchtigt. Ein Vertreter des „Bahnane“-Bündnisses, das den Ausbau seit 2011 kritisiert, lobt die Transparenz der NRM. „Wir wünschen uns dasselbe von der Bahn“.

Als die Gegnerinnen und Gegner des Bahnausbaus den Ortsbeirat jedoch mit wütenden Rufen für sein „Schweigen“ kritisieren, vor allem, da die letzten Zeitpläne der Bahn gar nicht eingehalten werden könnten, beziehen die Fraktionen Stellung. Ingrid Häußler von der FDP macht deutlich, sie habe lange gegen den Ausbau gekämpft, doch er sei nun eben im Gange: „Und bei allem Verständnis, mit Vorurteilen ist niemandem gedient.“ Die Unterstellung eines bösen Willens oder mangelnder Kompetenz sei „nicht konstruktiv“, so Häußler. Dieser Aussage schlossen sich viele an.

Wendel-Jaromir Burkhardt von den Grünen betont, er wohne selbst neben den Gleisen und stehe „trotz der Naturzerstörung“ hinter dem Ausbau. „Es ist notwendig“, denn der öffentliche Nahverkehr müsse ausgebaut werden. Sylvia Kunze, SPD-Fraktionsvorsitzende, sagt außerdem zu den DB-Kritischen: „Wir schätzen die Arbeit, die von Ihnen geleistet wird und dass sie sich so genau informieren“.

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