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Es grunzt wieder im Frankfurter Zoo

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Helene und Abby sind trotz des Pressetrubels entspannt und erkunden ihr neues Heim.
Helene und Abby sind trotz des Pressetrubels entspannt und erkunden ihr neues Heim. © Renate Hoyer

Bongos teilen sich im Frankfurter Zoo ab diesem Mittwoch ihr Gehege mit zwei neuen Bewohnerinnen. Von Paula Tauber.

Der Frankfurter Zoo glänzt an diesem Mittwochmittag in einem ganz besonderen Licht. Zwei neue Zoobewohnerinnen sonnen sich im Blitzlicht der Reporter:innen: die Pinselohrschweine Helene und Abby.

Bereits vor 68 Jahren brachte der berühmte Tierfilmer und damaliger Zoodirektor Bernhard Grzimek ein Pinselohrschwein in den Frankfurter Zoo. Schwein Helene, die ihren Namen erst in Frankfurt erhalten hat, trägt ihn in Hommage an jenes erste Pinselohrschwein, welches den gleichen Namen hatte.

Die beiden Tiere kommen je aus einem Zoo in Köln und in Polen und sind erst rund ein Jahr alt. Wie jedes neue Zootier in Frankfurt mussten sie zunächst im Wirtschaftshof in Quarantäne. Innerhalb von 30 Tagen wurden die Tiere langsam an die Pfleger:innen, das neue Klima und auch aneinander gewöhnt. Helene und Abby scheinen sich in dieser Zeit bereits gut befreundet zu haben und zeigen sich sehr verschmust und stets im Doppelpack. Pflegerin Sabrina Linn erklärt, dass gerade im jungen Alter Pinselohrschweinen der Kontakt zu anderen Artgenossen sehr wichtig sei. Generell seien die Tiere sehr soziale und neugierige Wesen und hätten auch zu den Pfleger:innen bereits einen guten Bezug aufgebaut.

Das Besondere an der Haltung im Frankfurter Zoo ist, dass die Pinselohrschweine sich ihr Gehege langfristig mit den Bongo-Antilopen teilen werden. Mit einer solchen Vergesellschaftung wird nicht nur Platz geschaffen für neue Tiere im Zoo; es ist auch spannend für Besucher:innen und vor allem die Tiere selbst, welche Dynamiken sich in diesen Tiergemeinschaften entwickeln. Beide Tierarten siedeln sich in freier Wildbahn vor allem in Zentralafrika an und sind ein nachbarschaftliches Leben gewöhnt.

Das Zusammenleben der Schweine und Antilopen soll aber auch dazu dienen, die Aufmerksamkeit auf relevante Themen zu lenken. Der Lebensraum in Afrika gilt als besonders gefährdet und zählt zu den am schnellsten sterbenden Lebensräumen der Welt. Und auch die Bongo-Antilopen sind eine äußerst bedrohte Tierart. In freier Wildbahn gibt es lediglich etwas mehr als 100 Tiere.

Helene und Abby haben das Gehege zunächst aber erst mal für sich. Sie sollen in Ruhe ihre neue Umgebung erkunden, Lieblings- und Rückzugsorte finden und werden in den nächsten zwei bis drei Wochen langsam mit ihren neuen Mitbewohner:innen vertraut gemacht.

Für Zoodirektorin Christina Geiger haben die Schweine eine ganz besondere Bedeutung. „Die Pinselohrschweine selbst sind zwar keine bedrohte Art, aber sie stehen hier stellvertretend für alle die Schweinearten, die vom Aussterben bedroht sind“, erklärt sie. Außerdem freut sie sich in dem Jahr, in dem das asiatische Pustelschwein zum Zootier des Jahres ernannt wurde, auch im Frankfurter Zoo eine neue Schweineart begrüßen zu dürfen.

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