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Erzählung von unten

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Von: Clemens Dörrenberg

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Soziale Netzwerke als einzige Informationsquelle sind keine gute Idee.

Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung, sondern der Erschöpfung. Diesen Satz hat Alberto Acosta Espinosa als ehemaliger Präsident der Verfassunggebenden Versammlung Ecuadors gesagt. Um dieser Erschöpfung zu begegnen, nutzen immer mehr Menschen immer weniger klassische Medien. Zu viel Katastrophe in Presse, Funk und Fernsehen. Soziale Netzwerke sind für viele Menschen die einzige Quelle geworden, aus der sie sich über das Weltgeschehen informieren.

Das ist verständlich, wenn es etwa um Informationen aus autokratischen Staaten geht. Ohne Twitter und Co wüssten wir zum Beispiel nicht, was im Iran gerade passiert. Doch gleichzeitig eröffnen soziale Netzwerke eine Gegenöffentlichkeit, die antidemokratische Strömungen befeuert und es erlaubt, mittels Propaganda den Diskurs zu hacken. Gar nicht davon zu sprechen, dass die parallele Nutzung zahlreicher digitaler Kommunikationskanäle Erschöpfungszustände im Sinne Espinosas vorantreibt und die Katastrophen noch direkter in die eigenen vier Wände transportiert.

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Weitere Texte der Beilage „Utopische Rundschau“ finden Sie unter fr.de/paulskirche.

Handwerklich gut recherchierter Journalismus kann nicht durch diese alternativen Kanäle ersetzt, aber äußerst sinnvoll ergänzt werden. Wenn die Journalistin Andrea Böhm davon spricht, dass „andere Erzählformen“ gefunden werden müssen, ist das richtig. Denn für eine gelebte Utopie einer globalen Versammlung muss es gelingen, Erzählenden von unten auch online eine Stimme zu verleihen.

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