„Das ist für Sie alle“: Ramadan-Beleuchtung erstrahlt jetzt in Frankfurter Innenstadt

Am Sonntag (10. März) wurde die Ramadan-Beleuchtung in der Frankfurter Innenstadt eingeschaltet. Hunderte Menschen sind dafür zur Fressgass‘ gekommen.
Frankfurt - Hunderte Menschen sind am Sonntagabend (10. März) zur Fressgass‘ in der Frankfurter Innenstadt gekommen, um dabei zu sein: Wenn erstmals in einer deutschen Stadt eine Beleuchtung zum Fastenmonat Ramadan angeschaltet wird. Es ist 18.37 Uhr, als Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) auf den roten Knopf drückt und Halbmonde, Sterne und der Schriftzug „Happy Ramadan“ über den Köpfen erstrahlen. Applaus und Jubel brandet auf – und zahlreiche Handys halten diesen Moment fest. Zuvor hatte Eskandari-Grünberg gesagt, dass die Beleuchtung „ein Zeichen des Friedens und des Miteinanders“ sei, gegen Hass und Hetze stehe. Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (Grüne) zeigte sich überwältigt von der Menge an Menschen und sagte: „Das ist für Sie alle, Sie sind Frankfurter Bürgerinnen und Bürger.“
Das Stadtparlament hatte die Beleuchtung im vergangenen Jahr beschlossen. Initiator war SPD-Stadtverordneter Omar Shehata. Die Stadt Frankfurt war wegen der Ramadan-Beleuchtung massiv in den sozialen Medien von rechts angegangen worden. Shehata berichtete am Sonntagabend von vielen positiven Reaktionen. „Hamburg hat sich gemeldet und gebeten, die Idee kopieren zu dürfen“, sagte er. Aus Österreich habe es Resonanz gegeben, die Frankfurter Ramadan-Beleuchtung habe „weltweit Wellen geschlagen“.
Symbol der Wertschätzung: Frankfurt feiert Ramadan – zieht Hamburg noch nach?
In Frankfurt leben zwischen 100.000 und 150.000 Musliminnen und Muslime. Mohamed Seddadi, Koordinator des Koordinationsrates der Moscheen in Frankfurt, verbindet mit der Beleuchtung zu Ramadan „Wertschätzung“. Es sei ein Zeichen gegen jegliche Spaltung. „Und das macht Frankfurt aus.“
Die Beleuchtung ist während des Fastenmonats der Musliminnen und Muslime von 17 bis 22 Uhr eingeschaltet. (Sandra Busch)
Ramadan
Der muslimische Fastenmonat richtet sich nach dem Mondkalender. In diesem Jahr beginnt er am 10. März.
In dieser Zeit verzichten Menschen muslimischen Glaubens von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf das Essen, Trinken und Rauchen. Ausnahmen gelten für Kinder, kranke und gebrechliche Menschen, aber auch für Leistungssportler. Werte wie Besinnung, Gemeinschaft, Solidarität und Spiritualität sollen im Ramadan im Mittelpunkt stehen. Mit dem Zuckerfest am 9. April endet der Ramadan.