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„Extinction Rebellion“-Aktivist*innen planen die ganze Woche über in Frankfurt Aktionen. 

Protestbewegung

Erstickt im Bankenviertel - „Extinction Rebellion“ protestiert mit Straßentheater in Frankfurt

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Aktivisten von „Extinction Rebellion“ protestieren am Taunustor gegen den Klimawandel.

Plötzlich hört man ein lautes Husten, ein Röcheln, und dann fallen sie um. Etwa ein Dutzend Menschen, die meisten von ihnen schick gekleidet, sinken vor dem Sitz von J. P. Morgan Chase am Taunustor auf den Boden und stellen sich tot. „Fossile Energie heißt Massensterben“ ist auf einem Transparent zu lesen, das zwei weitere Leute in die Höhe halten. Andere beginnen damit, vor dem Bankhaus Flugblätter an Passanten zu verteilen.

Es sind Aktivisten der Protestbewegung „Extinction Rebellion“, die am Donnerstagmittag im Bankenviertel demonstrieren. Ihr kleines Straßentheater zielt symbolisch auf alle Banken, die in fossile Energieträger wie Öl oder Braunkohle investieren. „Wir stehen vor dem ökologischen Kollaps“, heißt es auf den Zetteln, die die Aktivisten verteilen. Klimawandel, Massentierhaltung, Fracking und die Vermüllung der Meere bedrohten das gesamte Leben auf der Erde. Dagegen setze man auf „gewaltfreie Rebellion“. Die rasch wachsende Bewegung veranstaltet gerade weltweit eine Aktions- und Protestwoche.

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Die Passanten im Bankenviertel reagieren mit gewohnter Frankfurter Gelassenheit. Einige von ihnen lassen sich ein Flugblatt geben, einige gucken nur kurz verwundert, andere gehen mit Handy am Ohr einfach vorbei. Ein paar Mitarbeiter kommen sogar aus dem Taunusturm, um zu sehen, was da eigentlich los ist.

Zwei Sicherheitsmitarbeiter, die offenbar nicht genau wissen, wie sie die Aktion einordnen sollen, reagieren weniger entspannt. Einer rennt zwischen den Aktivisten von Extinction Rebellion umher und versucht hektisch, einen Ansprechpartner zu finden. Sein Kollege geht sogar bedrohlich auf einen Fotojournalisten zu, greift nach seinem Objektiv und brüllt „Kamera weg!“. Doch dann beruhigt sich die Lage auch wieder. Auf der anderen Straßenseite sammeln sich Polizisten und scheinen zu überlegen, ob sie eingreifen müssen.

Nach knapp 20 Minuten ist der Spuk vorbei. Die Leute auf dem Boden stehen wieder auf, stimmen ein Lied an und skandieren dann laut: „What do we want? Climate justice!“ („Was wollen wir? Klimagerechtigkeit!“) Einer aus der Gruppe filmt die ganze Szene, vermutlich um die Bilder später ins Netz zu stellen. Dann applaudieren die Aktivisten sich selbst. Und verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind.

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