Migrantische Organisationen

Erstes Projekt des Aktionsplans gegen Rassimus in Frankfurt gestartet

  • Helen Schindler
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Der Verein für Kultur und Bildung (Kubi) hat ein neues Projekt ins Leben gerufen. Es soll migrantische Organisationen im Kampf gegen Rassismus miteinander vernetzen.

Der Verein für Kultur und Bildung (Kubi) hat ein neues Projekt gestartet. „MOND – Migrant*innen Organisationen Netzwerk für Demokratie“ soll migrantische Organisationen im Kampf für Demokratie und gegen Rassismus miteinander vernetzen. Es ist das erste Projekt des Aktionsplans gegen Rassismus und Rechtsextremismus der Stadt Frankfurt.

„Viele Menschen erleben täglich Rassismus, während diejenigen, die nicht betroffen sind, das häufig nicht wahrnehmen“, sagte Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei der gemeinsamen Vorstellung des Projekts am Donnerstag. Es sei wichtig, gegen dieses strukturelle Problem auch strukturell vorzugehen. Eben dies solle mit dem Aktionsplan gegen Rassismus und Rechtsextremismus der Stadt Frankfurt geschehen. MOND wird darüber hinaus als Teil des Landesprojekts „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ gefördert.

„Die teilnehmenden Organisationen sollen so vielfältig wie möglich sein“, sagte Arif Arslaner, Geschäftsführer von Kubi, „aber nicht ideologisch vorbelastet.“ Laut Anna Latsch, stellvertretende Geschäftsführerin von Kubi, sollen zu Beginn zehn bis zwölf Organisationen teilnehmen. Bisher seien unter anderem die türkische Kulturgemeinde in Fechenheim, ZAN e.V. und ein eritreischer Kulturverein bestätigt.

Das Vorurteil, Migrantinnen und Migranten würden sich zivilgesellschaftlich nicht engagieren, sei schlicht falsch, betonte Weber. Schätzungsweise gebe es über 1000 migrantische Organisationen im Rhein-Main-Gebiet. „Da ist viel Wissen vorhanden. Das wollen wir nutzen.“

Konkret sollen Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern der migrantischen Organisationen durchgeführt werden. Themen können zum Beispiel demokratische Grundwerte, Partizipationsmöglichkeiten oder Gleichberechtigung sein. In einem zweiten Schritt soll ein Schulungskonzept entwickelt werden, so dass die Organisationen eigene Workshops abhalten können. Damit sollen sie weitere Menschen, insbesondere in ihren jeweiligen Stadtteilen, erreichen. Nach dem Schneeballprinzip sollen sie zu Multiplikatoren in migrantische Communitys und darüber hinaus werden.

Neben der Vermittlung von Demokratie und Teilhabe soll es auch Veranstaltungen und Kampagnen gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung geben.

Ein Beirat, dem unter anderem Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Stefan Siegler, Stadtverordnetenvorsteher Frankfurt und Turgut Yüksel, Mitglied der SPD-Landtagsfraktion, angehören, begleitet das Projekt. Auch eine wissenschaftliche Begleitung wird angestrebt. (Helen Schindler)

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