Eines der beiden neuen Gleise bei Ginnheim kann in Betrieb genommen werden.
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Eines der beiden neuen Gleise bei Ginnheim kann in Betrieb genommen werden.

Verkehr

Erster neuer Abschnitt der S6 wird befahren

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Der Ausbau der S-Bahn-Strecke von Frankfurt nach Bad Vilbel kommt voran. Kommenden Montag werde der erste Abschnitt eines neuen Gleises im Frankfurter Nordwesten in Betrieb genommen: zweieinhalb Kilometer zwischen Eschersheim und Frankfurt.

Lastwagen bringen Schotter für den neuen Gleisabschnitt der S6 in Ginnheim, einige Fundamente für die Lärmschutzwand stehen schon, Technik muss noch verlegt werden. Am Montag sollen die Züge aber bereits auf zweieinhalb Kilometern zwischen Eschersheim und Frankfurt-West auf einem neu gebauten zusätzlichen Gleis fahren. Das erste der beiden bestehenden Gleise kann damit außer Betrieb genommen und umgebaut werden, damit Platz für den neuen Haltepunkt Ginnheim entsteht, während gleichzeitig mit dem Bau des vierten Gleises begonnen wird.

Eine sehr komplexe Aufgabe, erklären die Beteiligten des Ausbauprojekts zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel bei einer Begehung der Baustelle unweit des Niddaparks und der Brücke der A66. Zum Beispiel wegen der beengten Platzverhältnisse entlang der Bahnstrecke. Um den laufenden Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, baut die Deutsche Bahn in Teilschritten.

Die Bauarbeiten

Im Rahmen des Programms „Frankfurt RheinMain plus wird die Strecke zwischen Frankfurt West, Bad Vilbel und Friedberg in zwei Baustufen ausgebaut. Neben den neuen Gleisen für die S6 werden elf Verkehrsstationen modernisiert, 36 Überführungen neu gebaut oder erweitert, zudem sollen Schallschutzwände errichtet werden.

Allein für den 2,5 Kilometer langen neuen Gleisabschnitt wurden 25 000 Kubikmeter Erdmaterial, 10 140 Tonnen Schotter, 5200 Meter Schienen und 4334 Bahnschwellen verbaut.

Schwierig seien auch die Arbeiten bei vollem Zugbetrieb, sagt Gerd-Dietrich Bolte von der DB. Denn die Strecke werde weiterhin täglich von 300 Zügen befahren. Um die Anwohner so wenig wie möglich zu belasten, habe man rund 10 000 Lkw-Fahrten mit Erde für die Dämme auf die Schienen verlegt. Bolte spricht vom Ausbau zwischen Berkersheim und dem Frankfurter Berg, dort wird der Bahndamm auf einer Länge von 1000 Metern verbreitert. Zu klären ist noch, wie die Reiter in Berkersheim den Bahnübergang queren können, wenn dort in zwei Jahren gebaut werde.

Immer wieder werde über die Unpünktlichkeit der Züge geschimpft, sagt RMV-Chef Knut Ringat. Doch diese müssten sich die Gleise mit Güter-, Regional- und Fernverkehr teilen, und deren Verspätungen wirkten sich auf die S6 aus – wie auf das gesamte Netz. Mit eigenen Gleisen gebe es endlich einen einheitlichen 15-Minuten-Takt. Die neue S-Bahn-Station Ginnheim biete zudem eine gute Anbindung, etwa an U-Bahnen.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) ist froh, dass eine jahrzehntelange Auseinandersetzung nun ihren Abschluss findet. Es habe erheblichen Widerstand und Klagen gegeben. „Nach dem Ausbau werden wir die dringend notwendigen Züge zwischen Mittelhessen beziehungsweise der Wetterau und Frankfurt einsetzen können.“

Lastwagen karren Schotter heran.

Das Projekt sei ein wichtiger Baustein der Verkehrswende in Hessen, betont Jens Deutschendorf (Grüne), Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium. Darum beteilige sich das Land, indem es die Planungskosten vollständig und die Baukosten zu einem Drittel übernehme. Den Rest steuerten der Bund und die Anliegergemeinden bei. Insgesamt würden 570 Millionen Euro investiert.

Die Gesamtinbetriebnahme der neuen S6-Gleise auf 13 Kilometern plant die Deutsche Bahn für Ende 2023. Als nächster großer Arbeitsschritt steht der Bau von Stützwänden in Eschersheim an. Zudem werden die Bahndämme in Bad Vilbel und Ginnheim verbreitert.

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