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Konzentriertes Arbeiten im Atelier 1318 in der Schmidtstraße.

Kunst

Erster Kurs in der Jugendkunstschule der Stadt Frankfurt

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Unter professioneller Anleitung schnitzen Jugendliche Masken aus Holz. Nach den Ferien gibt es weitere Kurse.

Emil Hoeck arbeitet wie ein Bildhauer. Er fasst das Schnitzmesser mit den Händen, treibt es in den Holzblock, Späne fallen zu Boden. Seit fünf Tagen fertigt er eine Maske aus Holz, so wie die anderen Teilnehmer des Ferienkurses im Atelier1318. Es ist die erste Jugendkunstschule der Stadt Frankfurt, in den Räumen der Freien Kunstakademie.

Für junge Menschen zwischen 13 bis 18 Jahren gibt es preislich keine günstigere Gelegenheit, künstlerisch zu arbeiten: Der einwöchige Ferienkurs kostet 25 Euro. Die offenen Ateliers, die im August nach den Ferien beginnen, und in die jeder kommen kann, so oft er will, kosten fünf Euro pro Besuch. „Das ist quasi geschenkt“, sagt Emanuel Oliveira Barata. Er blickt zu einem Holzblock. „So einer kostet allein schon 20 Euro.“ Unter der Leitung des Kunstlehrers aus Darmstadt sind die Masken entstanden.

Jugendkunstschule Frankfurt: Claudia Himmelreich fördert Kreativität

Und zwar so: Zuerst haben die Jugendlichen Fotos von sich machen lassen, diese auf Transparentpapier gezeichnet. Danach formten die Teilnehmer anhand der Zeichnungen Modelle aus Ton, ein Übergang von 2-D zu 3-D. Solch ein Modell liegt auf dem Arbeitsbock von Emil Hoeck, dessen Nachname sich mit Dehnungs-e spricht. „Die Arbeit ist schon ziemlich zeitintensiv, man ist sehr konzentriert“, sagt der 15 Jahre alte Frankfurter Schüler. Das Kreative habe ihn am Kurs gereizt, erläutert er, auch wenn Kunst für ihn eher Hobby sei als ein möglicher Beruf.

Theresa Heß tupft derweil braune Gouachefarbe auf ihre Arbeit – es sind Schnurrhaare für eine Tigermaske. „Mir geht es darum, etwas darzustellen, das nicht perfekt ist, denn in der Welt ist eigentlich nichts perfekt“, sagt sie. Die 15 Jahre alte Schülerin aus Bad Homburg kann sich sogar vorstellen, später eine künstlerische Ausbildung zu machen.

„Es ist schön zu sehen, was die jungen Leute machen, wenn man sie nur lässt“, sagt Claudia Himmelreich. Sie leitet die Freie Kunstakademie Frankfurt in der Schmidstraße 12, die aus der Abendschule der Städelschule hervorging. Um die preiswerten Kurse anzubieten, hat sich die Freie Kunstakademie wichtige Förderer ins Boot geholt.

Stadt Frankfurt fördert die Jugendkunstschule

Das Kulturamt der Stadt unterstützt das Projekt mit 35 000 Euro im Jahr, ermöglicht durch einen Beschluss der Römer-Koalition. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft beteiligt sich mit 10 000 Euro. Auf die offenen Ateliers, die im August beginnen, freut sich Himmelreich, sie hofft, dass sich viele Teilnehmer melden. Das Kulturamt und die Polytechnische wollen nach einem Jahr Bilanz zu ziehen. Bis dahin hat sich gezeigt, wie die Kunstschule angenommen wird.

Terminhinweis

Nach den Sommerferien beginnen im Atelier 1318 zwei Kurse für Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren in der Freien Kunstakademie, Schmidtstraße 12. Im offene Atelier 1 unterrichtet Kursleiterin Lena Ditlmann Zeichnen und Malen, immer freitags, 15 -18 Uhr, ab 16. August. Im offenen Atelier 2 zeigt Niklas Klotz die Grundlagen von Bildhauererei, montags, 15-18 Uhr, ab 12. August. Die Teilnahme kostet fünf Euro pro Kurstag. www.atelier1318.de (fle)

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