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Sandra Maravolo musste einen Insolvenzantrag stellen.
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Sandra Maravolo musste einen Insolvenzantrag stellen.

"Inside Her"

Erotikladen insolvent

  • Regine Seipel
    VonRegine Seipel
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Der Frauenerotikshop „Inside Her“ ist nach 20 Jahren erfolgreichem Betrieb in Frankfurt in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Gründerin und Inhaberin Sandra Maravolo musste Mitte April einen Insolvenzantrag stellen.

Die vorläufige Insolvenzverwalterin, die Frankfurter Anwältin Petra Heidenfelder, ist jedoch „hoffnungsfroh“, dass sich die Pleite abwenden lässt. Zu dem Erotikladen in der Neuen Kräme 29 gehört auch ein veganes Café, beide Geschäfte werden auf jeden Fall noch zwei bis drei Monate geöffnet bleiben, erklärt Heidenfelder: „Es wäre sehr schade um dieses erfolgreiche und bewährte Geschäftskonzept. Wer den Laden retten will, sollte gerade jetzt fleißig dort einkaufen.“

An mangelnder Kundschaft liegt die Existenzkrise nicht. Erotik boomt. Nicht nur durch Blockbuster wie „50 Shades of Grey“ ist der Kauf von Dildos, Lack und Leder in Mode. Männer und Frauen decken sich in dem Laden mit Wäsche oder Sexspielzeug ein, um Neues auszuprobieren oder ihr Liebesleben wieder in Schwung zu bringen.

Als Sandra Maravolo vor 20 Jahren den Laden eröffnete, schob man sie noch in die Schmuddelecke, inzwischen ist ihr Sortiment gesellschaftsfähig. „Inside Her“ kann sich denn auch nicht über mangelnde Nachfrage beklagen. Im Café und dem Erotikladen in der Sandhofpassage, sagt die Inhaberin, erwirtschafte sie Gewinn. Acht Mitarbeiter werden dort beschäftigt.

Die Probleme gehen offenbar auf den Umzug zurück. Erst im vergangenen September war „Inside Her“ von der Stiftstraße in die Neue Kräme gezogen, der alte Vermieter habe mit den offen zur Schau gestellten Dildos ein Problem gehabt, sagt Sandra Maravolo. Die Räume in der Stiftstraße wurden als Erotik-Outlet weiter betrieben, doch dort sei der Umsatz zurückgegangen. An Ostern, sagt Maravolo, habe sie das Geschäft in der Stiftstraße schließen müssen. Eine Mitarbeiterin könne seitdem nicht mehr weiterbeschäftigt werden. Der Vermieter der alten Ladenfläche habe sie jedoch nicht aus dem Vertrag gelassen.

Insgesamt habe sie ein halbes Jahr lang 14 000 Euro im Monat an Miete erwirtschaften müssen, davon 8300 Euro für den alten Laden. „Das war nicht zu schaffen“, sagt sie.

Ausgefallene Branche

Anwältin Heidenfelder hofft jetzt zunächst auf ein Einsehen des alten Vermieters. Außer den Mietrückständen hätten sich keine hohen Schulden angehäuft. Die vorläufige Insolvenzverwalterin beziffert sie auf rund 160 000 Euro, der größte Teil der Summe sei jedoch zugeschossenes Geld der Inhaberin. „Es gibt keine wesentlichen Verbindlichkeiten“, sagt Heidenfelder.

Mit einem Marketingspezialisten sucht sie derzeit nach Möglichkeiten für die Zukunft des Ladens. „Die Branche zählt ja eher zu den ausgefalleneren. Wir sind dabei, die spezielle Szene auszuloten“, sagt Heidenfelder. Sie werde nach einem Investor

suchen. Denkbar sei beispielsweise, dass ein Geldgeber als Kompagnon einsteige oder dass er die bisherige Inhaberin anstelle.

Sandra Maravolo, die früher in der Werbung arbeitete und sich mit dem eigenen Geschäft einen Traum verwirklichte, will auf keinen Fall aufgeben. Angesichts des großen Zuspruchs ihrer Kundschaft denkt sie über Solidaritätsaktionen nach. „Und wir werden noch mehr arbeiten als bisher“, sagt sie.

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