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Valerie Sietzy achtet für ihr Label Early besonders auf die gute Verarbeitung ihrer Taschen.
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Valerie Sietzy achtet für ihr Label Early besonders auf die gute Verarbeitung ihrer Taschen.

FR-Modeserie

Erfolgreich mit Gürteltaschen

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Unter ihrem Label Early stellt Valerie Sietzy Ledertaschen in Handarbeit her. Das Leder und die Taschen werden wie die meisten anderen Materialien in Deutschland produziert.

Damals, vor rund acht Jahren, gehörte Valerie Sietzy zu den ersten, die die Gürteltaschen wieder aus der Versenkung holten. Mittlerweile ist die Tasche bei teuren Marken bis hin zu den großen Modeketten zu finden. Und nicht selten sähen die extrem billigen Stücke trotzdem gut aus, sagt die Designerin. Auch wenn sie wohl nicht so gut produziert und langlebig seien wie die Stücke ihres Labels Early. „Das sind schon Momente, wo ich mich frage, warum ich so viel Arbeit reinstecke.“ Aber zum Glück schätzen ihre Kundinnen und Kunden die in Handarbeit gefertigten nachhaltigen Stücke.

In ihrem Atelier in einem Hinterhof in der Burgstraße hängen die Hipbags von rosa bis dunkelgrün. Und sie sind es auch, die zu den Bestsellern von Early gehören. Zudem verkauft sie große und kleine Umhängetaschen, Rucksäcke und Portemonnaies. Seit 2018 arbeitet Sietzy in den ehemaligen Räumen einer Werkzeugschleiferei, die sie renovierte. Die Räume hat sie zu günstigen Konditionen – mit Unterstützung der Stadt – gemietet. Sie teilt sich den Platz mit ihrer Schwiegermutter, die Malerin ist. An dem großen Tisch in der Mitte, an der Nähmaschine und einer Schärfmaschine entstehen ihre Taschen. Kleinere Teile wie Lederbeutel, Clutches oder einfache Portemonnaies fertigt die 41-Jährige selbst.

Geringe Stückzahlen

Die anderen Taschen stellen zwei Betriebe aus der Region nach ihren Entwürfen her. Doch alles in geringen Stückzahlen, meist nur zehn auf einmal, von den kleinen 20. Jede ist also in Handarbeit produziert. Sietzy achtet sehr auf die Verarbeitung, auch wenn das mehr Aufwand bedeutet. Und es macht ihr immer noch viel Spaß. Aber sie sei auch Mutter und wolle darum nicht all ihre Zeit in das Label stecken, sagt sie.

Das Handwerk habe sie sich Learning by Doing beigebracht. „Ich bin Quereinsteigerin.“ Sietzy studierte an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach Kunst, merkte jedoch, dass sie sich nicht im Kunstbetrieb sah. Aber ihr gefielen die praktischen Aspekte und mit den Händen zu arbeiten. So kam ihr die Idee, eine Gürteltasche zu entwerfen, aus Stoff, die sie erst mal im Freundeskreis anbot. Als sie Maschinen eines Feintäschners in ihrer damaligen Nachbarschaft nutzte und ihm über die Schulter schaute, entdeckte sie auf dessen Dachboden tolle Lederreste aus den 80er und 90er Jahren. Aus diesen fertigte sie ihre erste Kollektion.

Modeserie

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Sportmarkengründer, Handtaschendesignerinnen und Schuhmacher sind ebenso dabei wie auch Fashion-Influencerinnen. jkö/rose

Ihr Label hat die Frankfurterin seit 2011 Stück für Stück aufgebaut. „Natürlich möchte ich gerne wachsen, aber langsam.“ Am liebsten hat Sietzy das meiste selbst in der Hand, vom Marketing bis zur Akquise. Hilfe bekommt sie lediglich von Grafikern und Textern. Aber vielleicht wolle sie bald mehr Bereiche abgeben, sagt sie.

Das Leder der Taschen komme aus Deutschland, genauso wie die meisten anderen Materialien. Sie würden ohne umwelt- und gesundheitsschädigende Stoffe hergestellt und etwa mithilfe von Olivenblattextrakten gegerbt statt mit Chrom, wie das meist der Fall sei. Aber alle Produkte sollen nicht nur ökologisch einwandfrei sein, sondern auch durch ihren coolen Look überzeugen, das ist Sietzy wichtig.

Und das tun sie: Ihre Kundinnen und Kunden, im Schnitt zwischen Ende 20 und Ende 40, beschreibt die Designerin als modebewusste Menschen, denen Nachhaltigkeit wichtiger als große Namen sei. Der Großteil seien Frauen, aber auch Männer mögen die klassische Hipbag.

Doch mehr Geld müssen sie schon gewillt sein, auszugeben: rund 300 Euro kostet die Gürteltasche, 550 eine große Umhängetasche, ein kleines Portemonnaie knapp 100. Wechselnde Kollektionen gibt es nicht. Immer mal wieder ergänzt ein neuer Entwurf ihr Sortiment, wie vor kurzem ein halbmondförmiges Modell. Oder neue Farben: Gerade sei die lila Gürteltasche total gefragt, erläutert Sietzy.

Die Taschen werden mit Olivenblattextrakten statt mit Chrom gegerbt, um die Umwelt zu schonen.

Schon lange beschäftige sie sich auch mit veganen Leder-Alternativen, erzählt die Vegetarierin. Aber bislang habe sie noch nichts vergleichbar Gutes und Langlebiges gefunden. In ihrer neuen Linie „Early Studio“ verwendet sie aber schon mal kein Leder, sondern Canvas, einen rohen Baumwollstoff, zudem gibt es T-Shirts und Sweatshirts.

Die Produkte gibt es online auf thisisearly.com oder in wenigen Läden, etwa bei „Maria“, Fahrgasse 10 oder „2nd Home“, Vogelsbergstraße 38.

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