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Erfolgreich im Hintergrund

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Von: Kathrin Rosendorff

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Natascha Wright ist bei Sat1 zu sehen.
Natascha Wright ist bei Sat1 zu sehen. © Alex Kraus

Die Frankfurter Sängerin Natascha Wright ist mit der Gruppe „American Divas“ bei der Talent-Show „The winner is..." vertreten. Sie hat schon mit Justin Timberlake gefrühstückt, ist mit Haddaway getourt und hat neben Udo Jürgens gesungen.

Die Frankfurter Sängerin Natascha Wright ist mit der Gruppe „American Divas“ bei der Talent-Show „The winner is..." vertreten. Sie hat schon mit Justin Timberlake gefrühstückt, ist mit Haddaway getourt und hat neben Udo Jürgens gesungen.

Mit Justin Timberlake frühstückt Natascha Wright zwei Monate täglich. Sie sind kein Liebespaar. Sie haben bloß den gleichen Auftraggeber. Justin ist da noch ein überblondierter Boyband-Teenie bei „’N Sync“. Die da noch unbekannte Band spielt 1996 im Vorprogramm von DJ Bobo. Die zehn Jahre ältere Sängerin gehört zur Crew des Eurodance-Rappers aus der Schweiz und ist die Soul-Stimme von zwei seiner Hits: „Love is the Price“ und „Freedom“. „Justin war supernett und schon damals so süß“, erzählt und lacht die mittlerweile 40-jährige Frankfurterin. Timberlake startet seine Karriere bei einer Castingshow und ist nun superreicher Pop-Prinz.

Natascha Wright hat auch schon einige Wettbewerbe seit ihrer Kindheit gewonnen. Die gebürtige Niederländerin tourt mit Haddaway in den 90ern um die ganze Welt und vor sechs Jahren steht sie als Duettpartnerin von Udo Jürgens auf der Bühne. Jetzt versucht sich bei der Sat.1-Talent-Gameshow „The winner is…“. Der Gewinn: Ein Plattenvertrag und eine Millionen Euro.

„Das Geld war schon ein Anreiz. Und dass man sich gegen andere Bands im direkten Battle misst, finde ich gut.“ Wright trägt graue Weste und Kreolen-Ohrringe. Sie sitzt am gedeckten Tisch ihres vergangenen Sommer eröffneten Bornheimer Restaurants „Blueberry Hill“. Hier kocht sie nicht, sondern singt mit ihrem Lebensgefährten Alfred McCrary. „Oft kommt auch Dynelle von den Weather Girls und performt“, erzählt sie. Das Restaurant sei ein Traum, aber auch ein zweites Standbein zur Sanges-Karriere, in der sie, wie sie betont „nur Mittelglück“ gehabt habe.

„Ich habe mich nicht bei Linda de Mol beworben, sondern wurde direkt gefragt, ob ich mitmache.“ Bei Frau de Moll kämpft sie aber nicht allein. Sondern gemeinsam mit ihren zwei Kolleginnen Della und Josanne. „American Divas“ heißt das soulige Trio, das seit 2000 zusammen auf Galas auftritt. Alles große Stimmen. „Della hat sechs Jahre im Backgroundchor von Whitney Houston gesungen.“ Die Folge, die diesen Freitag um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird, ist abgedreht. „Ich weiß schon, ob ich diese Woche weiter bin, aber ich darf es nicht verraten.“ Eine feste Zuschauer-Gruppe im Studio entscheidet. Erst beim Finale am 25. Mai darf das gesamte TV-Volk live anrufen und mitbestimmen.

Mit 17 Jahren schafft Wright es auf die Pop-Musikakademie „AVLM“ (Akademie für leichte Musik) in Hilversum. 1991 gewinnt sie den internationalen Wettbewerb „The Holland Casino Scheveningen Festival“. „Das war so eine Art Grand Prix“, sagt sie. Hier wurde sie von John de Mol Senior (Vater von Linda de Mol und TV-Produzent John de Mol Junior) entdeckt. Damals bekommt sie 10.000 Gulden und ihren ersten Plattenvertrag.

1994 zieht sie nach Hessen. Wegen der Karriere. Der Darmstädter Produzent Nosie Katzmann (bekannt von Mr. Vain – Culture Beat) nimmt mit ihr den Titel „Party of one“ auf. „In Kanada schaffte ich es mit dem Song auf Platz 1 der Charts, aber hier war der Titel leider kein Erfolg.“ Danach tourt sie vier Jahre mit „Haddaway“. Vor zwölf Jahren fragt sie Boney-M.-Produzent Frank Farian nach einem Auftritt im Wiesbadener Parkcafé, ob sie nicht die Nachfolge-Sängerin der damaligen Erfolgsband La Bouche sein will. „Ich war begeistert von der Chance.“ Aber auch mit Farian kam nicht der Durchbruch. „Es fehlten die bombastischen Songs, die er davor geschafft hatte“, sagt die Mutter eines dreijährigen Sohnes.

Am schönsten sei für sie der Auftritt mit Udo Jürgens gewesen. „Ich will, ich kann“ durfte sie mit ihm im Duett singen. „Wie die Leute, in die Halle rannten, um Udo Jürgens zu sehen, das war unglaublich. Und klar, denkt man in solchen Momenten, ich hätte das auch gerne.“

Aber von einem Superstar-Dasein träumt sie nicht mehr. „Die Zeiten sind vorbei.“ Denn sie wisse, dass eine tolle Stimme und ein paar TV-Auftritte nicht für den Pophimmel reichen. „Und Mädchen kaufen auch lieber Platten von süßen Justin-Bieber-Jungs als von mir. Das ist in Ordnung.“

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