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Schauspiel Frankfurt am alten Standort.

Städtische Bühnen Frankfurt

Entwurf für Städtische Bühnen im Osthafen erntet geteiltes Echo

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Die CDU nennt den Entwurf „reizvoll“, die Grünen aber haben Kritik am Osthafen als neuen Standort der Städtischen Bühnen.

Der Vorschlag des Frankfurter Projektentwicklers Groß & Partner, die Städtischen Bühnen als kreuzförmige Neubauten im Osthafen zu errichten, wird von der Stadtpolitik kontrovers aufgenommen. „Das ist ein spannender und architektonisch reizvoller Vorschlag“, sagte Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer. Das Hafenparkquartier könne für die Städtischen Bühnen eine realistische Alternative zum Willy-Brandt-Platz sein.

Entwurf für Oper und Schauspiel im Ostend

Der Entwurf des Rotterdamer Büros „Office for Metropolitan Architecture“ (OMA) zeige, dass am Osthafen eine Doppelanlage „mit herausragender Architektur“ möglich sei, die mit dem öffentlichen Raum in Verbindung trete. „Eine solche Spielstätte wäre eine Sehenswürdigkeit für sich“, sagte Dürbeck. Sie wäre außerdem „der funktional wesentliche Kern einer zukunftsgerichteten Stadtentwicklung“.

„Die ganze Diskussion um Bilbao, Sydney oder die Elbe im Frankfurter Osthafen gerät in Gefahr, zur Lokalposse zu werden“, sagte hingegen Sebastian Popp, der Fraktionschef der Grünen im Römer. Er verwies darauf, dass der Entwurf nach Medienberichten keineswegs von OMA-Stararchitekt Rem Koolhaas stamme, sondern ohne dessen Zutun von einer OMA-Mitarbeiterin.

Oper und Schauspiel im Ostend: „Riesige Ufos“

Rem Koolhaas sei nicht dafür bekannt, Kulturinstitutionen aus dem Herzen der Stadt an den Rand zu verlagern, sagte Popp. „Da werden mit großartigen Namen die Backen aufgeblasen und vollmundige Ideen vorgestellt, die aber eher wirken, als seien sie aus Puzzlesteinen der 90er zusammengebastelt.“

Die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sagte, der Entwurf erinnere sie an „riesige Ufos“. Oper und Schauspiel seien keine Fremdkörper, die man in einem Industriegebiet landen lassen könne, sie gehörten ins urbane Zentrum der Stadt.

Die SPD-Stadtverordnete Kristina Luxen betonte, es sei „peinlich“, einen solchen Entwurf einem bekannten Architekten zuzuschreiben, der davon gar nichts wusste. „Das ist handwerklich schlecht gemacht.“

Oper und Schauspiel im Ostend: Aufwertung des Hafengeländes

Es sei ansonsten durchaus nachvollziehbar, warum ein Immobilienentwickler, der selbst Projekte im Osthafen besitze, ein natürliches Interesse an einer Aufwertung des bisherigen Hafengeländes habe.

„Zunächst macht die CDU den Vorschlag, Oper und Schauspiel an den Osthafen zu verlagern – und schon wenige Wochen später macht ein bekannter Immobilieninvestor und Projektentwickler mit dem angeblichen Entwurf eines Stararchitekten einen konkreten Vorschlag für den Neubau von Oper und Schauspiel im Osthafen? Kein Schelm, wer Böses dabei denkt.“

EineTheaterdoppelanlage im Osthafen und eine parallele Vermarktung des bisherigen Standorts der Städtischen Bühnen komme für die SPD nicht infrage, sagte sie.

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